Mallorcas Leuchttürme – Wegweiser aus einer längst vergangenen Zeit

Veröffentlicht am 30.09.2016 von

Leuchttürme – Symbole der Melancholie

 

Denkt man an Leuchttürme, denkt man an Meer, denkt man an Melancholie. Sie wirken wie aus der Zeit gefallen, sie sind ein Symbol für das Alleinsein, den Wunsch nach Abgeschiedenheit. Sieht man einen Leuchtturm, so denkt man an den Leuchtturmwärter, der, natürlich mit schon angegrautem Bart und faltigen Gesicht, einsam und allein hoch oben sitzt und Schiffen den rechten Weg weist in dem Wissen, dass diese Hilfe nie in Form von Dank zurückgezahlt werden wird. Heute wird der Beruf des Leuchtfeuerwärters aufgrund der Automatisierung nicht mehr ausgeführt. Leuchttürme haben etwas Literarisches, etwas Archaisches, sie scheinen nicht mehr in diese Zeit zu passen, obwohl sie zum Teil noch gebraucht werden. Digitale Navigationshilfen können Leuchttürme nicht komplett ersetzen, setzt das GPS aus, so ist der Leuchtturm immer noch ein zuverlässiger Gefährte im Kampf gegen die Dunkelheit. Auch auf  Mallorca halten Sie ihren wegweisenden Schein über zahlreiche Fischer- und Segelboote und Frachtschiffe. 16 Türme existieren noch, fünf davon sind in Betrieb. Für die elf abgeschalteten Türme soll es allerdings Pläne geben, sie in Form von Hotels oder Restaurants touristisch nutzbar zu machen. Wir stellen die Interessantesten von ihnen vor.

 

Far de Formentor

 

Das Cap de Formentor ist ein interessantes Ausflugsziel auf Mallorca. Es ist zugleich der nördlichste Punkt und das östliche Ende der Baleareninsel. Hier steht das Hotel Formentor, das bekannte Personen der Zeitgeschichte wie Charlie Chaplin und Winston Churchill beherbergte und wo sich nach einer zwischenzeitlichen Pleite auch heute noch illustre Persönlichkeiten treffen. Der zum Hotel gehörige Privatstrand, der Playa de Formentor ist heute für jedermann zugänglich, was für Strandurlauber ein Glücksfall ist: Pinien-gesäumt mit weißem feinen Sand lädt er zum Erholen ein. Am Cap de Formentor steht auch einer der wenigen instand gehaltenen Leuchttürme, der auch der bekannteste sein mag: Der Far de Formentor. Seit dem 30. April 1863 in Betrieb, und sendet zur Kennung (also zur Identifizierung für Boote in der Nacht) alle zwanzig Sekunden vier weiße Blitze aus. Der Far de Formentor ist 210 Meter hoch und steht auf einer Steilwand 167 Meter über den Meeresspiegel. Immer wieder wurde er modernisiert, sodass er heute nun automatisiert und mit Solarstrom läuft. Auch seine Funktion hat sich angepasst: So weist er nicht nur Booten und Schiffen den Weg, sondern hat statt Basishaus nun ein Restaurant. Auch dient er Touristen und Besuchern, die am Cap de Formentor unterwegs sind, als Ort zur Einkehr.

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Far de Porto Pi

 

Der Far de Porto Pi ist mit über 700 Jahren einer der ältesten Leuchttürme auf der ganzen Welt. Am 12. September 1300 wurde er in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit wurde er gezwungenermaßen öfters modernisiert und den Errungenschaften der Elektrizität angepasst. Heute erfüllt der sich 40 Meter über den Meeresspiegel befindende Leuchtturm wie auch der Far de Formentor und der Großteil der sich noch im Betrieb befinden Türme nicht nur die ursprünglichen Zwecke. Noch nicht mal die Bewohner der Gegend wissen, dass sich im Far de Portopi ein Museum über Seezeichen befindet. Jeder Interessierte kann eine Führung im Turm buchen, sie ist kostenlos. Neben den Ausstellungsstücken erhält man auch Einblicken in die Architektur des Leuchtturms, wie Messwerke, Gaskessel und andere Gerätschaften. Die etwa 1000 Besucher jährlich – vorwiegend Schüler – werden auch die 127 Turmstufen hoch in den Laternenraum geführt.

 

 

Far de Capdepera

 

Der Far de Capdepera befindet sich in der Nähe des östlichsten Punktes der Insel und wurde 1863 in Betrieb genommen, er reicht 16 Seemeilen weit und wird erst seit 1969 mit Elektronik betrieben. Der Far de Capdepera befindet sich in der touristisch sehr beliebten Gegend der Cala Ratjada. Von der Steilküste, auf die sich der Leuchtturm befindet, gibt es einen sehr schönen Ausblick.

 

Wer Mallorca also touristisch erschließen will, kann also ohne schlechtes Gewissen bei den Leuchttürmen anfangen und die Weiten des Meeres und gleichzeitig die Einsamkeit spüren.

 

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