Immobilienfinanzierung Mallorca: Optionen für Deutsche Immobilienfinanzierung Mallorca: Optionen für Deutsche

Immobilienfinanzierung Mallorca: Optionen für Deutsche

Das Dilemma am Küchentisch

Sie haben Ihre Traumwohnung in Palma gefunden. 380.000 Euro, perfekte Lage, Meerblick. Das Eigenkapital reicht für 40%, den Rest wollen sie finanzieren. Aber wo? Die Hausbank in Deutschland winkt ab: „Spanien ist uns zu kompliziert.“ Die spanische Bank vor Ort verlangt horrende Zinsen. Plötzlich scheint der Traum zu platzen.

Bei immobilienmallorca.com erleben wir diese Situation täglich. Deutsche Käufer stehen vor der Herausforderung, die passende Finanzierung für ihre Mallorca-Immobilie zu finden. Die gute Nachricht: Es gibt mehr Finanzierungsoptionen als die meisten denken. Man muss nur wissen, wo man suchen muss und was möglich ist.

Dieser umfassende Leitfaden zeigt Ihnen alle Wege zur erfolgreichen Immobilienfinanzierung auf Mallorca. Sie erfahren, welche Banken Deutsche finanzieren, welche Konditionen realistisch sind und wie Sie Ihre Chancen maximieren. Nach der Lektüre verstehen Sie genau, welche Finanzierungsmöglichkeiten Ihnen offenstehen.

Was bedeutet Finanzierung im Mallorca-Kontext?

Die besondere Situation verstehen

Eine Immobilienfinanzierung auf Mallorca funktioniert anders als in Deutschland. Sie kaufen im Ausland, das macht die Sache komplizierter. Stellen Sie sich das wie einen Kredit für ein Auto vor, das in einem anderen Land steht. Die Bank kann es nicht einfach besichtigen, die rechtlichen Rahmenbedingungen sind anders, das Risiko ist höher.

Spanische Banken sehen Sie als Ausländer mit besonderen Risiken. Sie kennen Ihre deutsche Bonität nicht, können Ihr Einkommen schwerer prüfen, wissen nicht, ob Sie langfristig zahlen werden. Deutsche Banken wiederum scheuen das spanische Recht. Sie können bei Zahlungsausfall schwerer vollstrecken. Diese doppelte Skepsis macht die Finanzierung zur Herausforderung, die Sie mit den richtigen Strategien meistern können.

Die Finanzierungslandschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nach der Finanzkrise 2008 waren die Banken extrem zurückhaltend. Heute sind sie wieder offener, aber vorsichtiger als früher. Die Prüfungen sind strenger, die Dokumentenanforderungen höher. Gleichzeitig haben sich neue Anbieter etabliert, die auf internationale Kunden spezialisiert sind.

Das Wichtigste vorab zusammengefasst:

  • Spanische Banken finanzieren Nicht-Residenten bis maximal 70%
  • Deutsche Banken bieten teilweise Spanien-Finanzierungen an
  • Die Zinsen liegen 1-2% über deutschen Immobilienkrediten
  • Sie brauchen mehr Eigenkapital als in Deutschland
  • Die Bearbeitungszeit ist länger als gewohnt
  • Spezialisierte Vermittler können den Prozess erheblich erleichtern

Resident versus Nicht-Resident Status

Ihr Steuerstatus entscheidet über Ihre Finanzierungsmöglichkeiten. Residenten sind Personen, die mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien leben. Nicht-Residenten haben ihren Lebensmittelpunkt woanders. Die meisten deutschen Mallorca-Käufer sind Nicht-Residenten. Das beeinflusst die Kreditkonditionen erheblich.

Als Nicht-Resident bekommen Sie maximal 70% des Kaufpreises finanziert, oft nur 60%. Residenten können bis zu 80% leihen. Die Zinsen für Nicht-Residenten liegen etwa 0,5-1% höher. Die Banken verlangen mehr Nachweise und Sicherheiten. Diese Unterscheidung müssen Sie von Anfang an verstehen, um realistisch zu planen.

Der Status kann sich ändern. Wenn Sie planen, später nach Mallorca zu ziehen, können Sie möglicherweise umschulden. Als Resident bekommen Sie bessere Konditionen. Diese Perspektive sollten Sie bei der Wahl der Finanzierung berücksichtigen. Manche Banken bieten flexible Verträge, die eine spätere Anpassung ermöglichen.

Spanische Banken als erste Anlaufstelle

Die großen Player im Detail

Auf Mallorca dominieren einige große spanische Banken den Markt. Jede hat ihre eigene Philosophie und Zielgruppe. CaixaBank ist mit über 400 Filialen auf den Balearen der Marktführer. Sie haben die meiste Erfahrung mit internationalen Kunden und bieten oft deutschsprachige Beratung. Ihre Konditionen sind meist fair, die Prozesse etabliert.

Banco Santander ist Spaniens größte Bank mit internationaler Ausrichtung. Sie haben strenge Kriterien, bieten aber gute Konditionen für qualifizierte Kunden. BBVA punktet mit digitalen Services und schnellen Entscheidungen. Banco Sabadell fokussiert sich auf vermögende Privatkunden und bietet maßgeschneiderte Lösungen.

Kleinere Banken wie Colonya Caixa Pollença oder Bankinter können interessante Nischen-Angebote haben. Sie sind oft flexibler bei ungewöhnlichen Finanzierungsstrukturen. Der persönliche Kontakt ist intensiver, die Entscheidungswege kürzer. Für spezielle Situationen können diese Institute die bessere Wahl sein.

Die aktuellen Konditionen verstehen

Die Zinssätze für Nicht-Residenten bewegen sich aktuell zwischen 3,5% und 5,5%. Diese Bandbreite hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ihre Bonität spielt die Hauptrolle. Mit exzellentem Einkommen und viel Eigenkapital bekommen Sie die besten Konditionen. Bei knapper Kalkulation steigen die Zinsen schnell.

Die Art der Immobilie beeinflusst ebenfalls den Zinssatz. Neubauwohnungen in Top-Lagen werden günstiger finanziert als alte Fincas im Hinterland. Die Bank bewertet das Wiederverkaufsrisiko. Je leichter die Immobilie im Notfall zu verkaufen wäre, desto besser die Konditionen.

Variable oder feste Zinsen – diese Entscheidung müssen Sie treffen. Variable Zinsen basieren auf dem Euribor plus einem Aufschlag. Sie schwanken mit dem Markt. Feste Zinsen geben Planungssicherheit, sind aber initial höher. In der aktuellen Zinsphase tendieren viele zu festen Zinsen für mindestens die ersten 5-10 Jahre.

Der komplexe Antragsprozess

Der Kreditantrag bei einer spanischen Bank ist ein Marathon, kein Sprint. Rechnen Sie mit 6-8 Wochen vom ersten Gespräch bis zur Zusage. Die Bank prüft sehr genau. Jedes Dokument wird hinterfragt, jede Unstimmigkeit führt zu Nachfragen.

Diese Dokumente sind absolut notwendig:

  • Einkommensnachweise der letzten 3 Jahre (Gehaltsbescheinigungen)
  • Die letzten drei Einkommensteuerbescheide
  • Komplette Vermögensaufstellung mit Nachweisen
  • Arbeitsvertrag oder bei Selbständigen Firmenauszüge
  • Kontoauszüge der letzten 6-12 Monate
  • NIE-Nummer (spanische Steuernummer für Ausländer)
  • Kaufvertrag oder verbindliche Reservierung
  • Nachweis über Herkunft des Eigenkapitals

Alle deutschen Dokumente müssen übersetzt werden. Eine einfache Übersetzung reicht nicht – sie muss beglaubigt sein. Das kostet 30-50 Euro pro Seite. Bei 50 Seiten Unterlagen kommen schnell 2.000 Euro Übersetzungskosten zusammen. Diese Nebenkosten werden oft unterschätzt.

Die Immobilienbewertung ist ein kritischer Punkt. Die Bank schickt einen eigenen Gutachter. Diese Bewertung (Tasación) kostet 400-600 Euro und dauert 1-2 Wochen. Oft liegt der Schätzwert 10-20% unter dem Kaufpreis. Wenn die Bank die Immobilie mit 350.000 Euro bewertet, Sie aber 400.000 Euro zahlen, bekommen Sie nur 70% von 350.000 Euro = 245.000 Euro finanziert.

Deutsche Banken als interessante Alternative

Spezialisierte Anbieter im Fokus

Einige deutsche Banken und Finanzdienstleister haben sich auf Auslandsfinanzierungen spezialisiert. Sie verstehen die Bedürfnisse deutscher Käufer und kennen den spanischen Markt. Diese Expertise macht sie zu interessanten Alternativen zu spanischen Banken.

Die Finanzierungsoptionen dieser Spezialisten sind vielfältig. Manche arbeiten mit deutschen Grundschulden und umgehen so das spanische System. Andere kooperieren mit spanischen Partnerbanken und fungieren als Vermittler. Wieder andere bieten Mischformen an, die das Beste aus beiden Welten kombinieren.

Die Vorteile dieser Anbieter liegen in der Kommunikation und Abwicklung. Alle Gespräche laufen auf Deutsch. Die Verträge sind verständlich formuliert. Bei Problemen haben Sie einen deutschen Ansprechpartner. Die Kreditprüfung orientiert sich an deutschen Standards. Ihre deutsche Bonität wird voll anerkannt.

Die Konditionen sind oft attraktiver als bei spanischen Banken. Zinssätze zwischen 3% und 4,5% sind möglich. Die Beleihungsgrenzen können bei guter Bonität höher liegen. Sondertilgungen sind meist problemlos möglich. Die Flexibilität ist größer als im spanischen System.

Beleihung deutscher Immobilien als Königsweg

Eine besonders clevere Variante ist die Beleihung Ihrer deutschen Immobilie. Sie nehmen einen Kredit auf Ihr abbezahltes Haus in Deutschland auf und verwenden das Geld für den Mallorca-Kauf. Diese Strategie hat massive Vorteile, die sie für viele zur ersten Wahl macht.

Die Zinsen sind deutlich niedriger. Während Sie in Spanien 4-5% zahlen, bekommen Sie in Deutschland 3,5-4%. Bei 300.000 Euro Kredit macht das 3.000-4.500 Euro Unterschied pro Jahr. Über 20 Jahre summiert sich das auf 60.000-90.000 Euro. Diese Ersparnis ist erheblich.

Die Abwicklung läuft komplett in Deutschland. Keine Übersetzungen, keine spanische Bürokratie, keine Sprachbarrieren. Ihre Hausbank kennt Sie, die Prüfung geht schnell. Binnen 4 Wochen haben Sie das Geld. Die spanische Immobilie kaufen Sie dann cash – das stärkt Ihre Verhandlungsposition erheblich.

Eigenkapital – Der Schlüssel zum Erfolg

Wie viel brauchen Sie wirklich?

Die Eigenkapitalanforderungen für Mallorca überraschen viele Deutsche. Vergessen Sie die 10-20% aus Deutschland. Hier brauchen Sie minimum 30%, besser 40% des Kaufpreises. Dazu kommen noch die Kaufnebenkosten von etwa 12-14%, die komplett aus Eigenkapital kommen müssen.

Ein konkretes Beispiel macht das deutlich: Sie möchten eine Wohnung für 400.000 Euro kaufen. Die Bank finanziert maximal 70% = 280.000 Euro. Sie brauchen 120.000 Euro Eigenkapital für den Kaufpreis. Dazu kommen 48.000 Euro Kaufnebenkosten. Macht zusammen 168.000 Euro, die Sie mitbringen müssen.

Diese hohen Anforderungen haben mehrere Gründe. Spanische Banken haben in der Krise viele Kredite verloren. Sie sind vorsichtiger geworden. Ausländer werden als höheres Risiko eingestuft. Die Vollstreckung ist schwieriger, wenn der Schuldner im Ausland lebt. Das hohe Eigenkapital ist der Risikopuffer der Bank.

Kreative Eigenkapital-Strategien

Wenn das Eigenkapital knapp ist, gibt es legale Wege zur Optimierung. Lebensversicherungen können beliehen oder aufgelöst werden. Das bringt schnell Liquidität, kostet aber Rendite. Verwandtschaftsdarlehen sind eine Option – Eltern leihen Kindern Geld zu günstigen Konditionen.

Manche verkaufen Wertpapiere oder lösen Bausparverträge auf. Andere beleihen ihr Aktiendepot. Diese Depot-Lombardkredite sind günstig und schnell verfügbar. Die Aktien bleiben im Besitz, dienen aber als Sicherheit. Bei steigenden Kursen können Sie den Kredit aus Kursgewinnen tilgen.

Eine weitere Möglichkeit sind Bürgschaften. Vermögende Verwandte bürgen für einen Teil des Kredits. Die Bank akzeptiert das als zusätzliche Sicherheit und erhöht die Finanzierungsquote. Diese Variante erfordert großes Vertrauen, kann aber den entscheidenden Unterschied machen.

Der Herkunftsnachweis als Hürde

Spanien hat strenge Geldwäschegesetze. Jeder Euro Eigenkapital muss erklärt werden. „Gespart“ reicht als Begründung nicht aus. Die Bank will Belege sehen. Diese Prüfung nervt viele Käufer, ist aber gesetzliche Pflicht.

Für Gehaltseinkommen sind Kontoauszüge der Beweis. Die Bank verfolgt, wie sich Ihr Vermögen aufgebaut hat. Bei größeren Einzahlungen fragt sie nach. Erbschaften müssen mit Erbschaftsteuerbescheid belegt werden. Schenkungen über 3.000 Euro sind erklärungspflichtig.

Verkaufserlöse aus Immobilien oder Wertpapieren sind unproblematisch, wenn dokumentiert. Schwieriger wird es bei Bargeld. Wer jahrelang Bargeld gespart hat, bekommt Probleme. Die Banken akzeptieren keine größeren Bargeldeinzahlungen kurz vor dem Immobilienkauf. Planen Sie deshalb rechtzeitig.

Der optimale Ablauf Schritt für Schritt

Phase 1: Die Vorbereitung (3 Monate vorher)

Beginnen Sie frühzeitig mit der Vorbereitung. Drei Monate vor dem geplanten Kauf sollten Sie starten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation. Wie viel Eigenkapital haben Sie wirklich? Wie hoch ist Ihr verfügbares Einkommen? Welche Sicherheiten können Sie bieten?

Holen Sie erste Finanzierungsangebote ein. Sowohl von spanischen als auch deutschen Banken. Diese Vorab-Zusagen sind unverbindlich, geben Ihnen aber Planungssicherheit. Sie wissen, was möglich ist und können gezielt suchen. Nichts ist frustrierender, als sich in eine Immobilie zu verlieben, die Sie nicht finanzieren können.

Beantragen Sie Ihre NIE-Nummer, falls noch nicht vorhanden. Ohne diese spanische Steuernummer läuft nichts. Die Beantragung dauert 4-8 Wochen. Parallel können Sie schon Dokumente sammeln und übersetzen lassen. Je besser vorbereitet, desto schneller läuft später die Finanzierung.

Phase 2: Die Immobiliensuche (1-2 Monate)

Mit gesichertem Budget wird die Suche konkret. Sie wissen genau, was Sie sich leisten können. Bei Besichtigungen können Sie verbindlich auftreten. Verkäufer und Makler nehmen Sie ernst, wenn die Finanzierung geklärt ist.

Sobald Sie Ihre Traumimmobilie gefunden haben, geht es schnell. Die Reservierung sichert Ihnen das Objekt für 2-4 Wochen. In dieser Zeit muss die finale Finanzierungszusage kommen. Informieren Sie sofort Ihre Bank über den konkreten Kaufwunsch.

Phase 3: Die Kreditprüfung (3-4 Wochen)

Jetzt wird es ernst. Die Bank prüft alle Details. Der Gutachter bewertet die Immobilie. Ihre Unterlagen werden genau geprüft. Nachfragen sind normal – antworten Sie schnell und vollständig. Jede Verzögerung kostet Zeit und möglicherweise die Immobilie.

Die Bewertung der Immobilie ist der kritische Punkt. Liegt sie unter dem Kaufpreis, müssen Sie nachfinanzieren. Haben Sie Reserven? Können Sie den Kaufpreis nachverhandeln? Diese Fragen sollten Sie vorab klären.

Phase 4: Vertragsunterzeichnung und Auszahlung

Der Kreditvertrag wird meist zusammen mit dem Kaufvertrag beim Notar unterzeichnet. Die spanische Besonderheit: Die Hypothek wird sofort ins Grundbuch eingetragen. Sie kaufen und belasten in einem Akt. Das spart Zeit und Kosten.

Die Bank zahlt direkt an den Verkäufer. Meist per Bankscheck, der beim Notar übergeben wird. Manche Banken überweisen auch direkt. In beiden Fällen haben Sie selbst nie das Geld in der Hand. Das ist sicherer für alle Beteiligten.

Ein detailliertes Praxisbeispiel

Familie Weber wählt optimal

Familie Weber aus Frankfurt möchte eine Wohnung in Port d’Andratx für 450.000 Euro kaufen. Sie haben 200.000 Euro Eigenkapital aus dem Verkauf einer Erbimmobilie. Beide sind angestellt mit zusammen 8.000 Euro Nettoeinkommen monatlich.

Erste Option: Spanische Bank CaixaBank CaixaBank bietet 60% Finanzierung = 270.000 Euro. Der Zinssatz beträgt 4,5% fest für 10 Jahre. Die Laufzeit ist auf 20 Jahre begrenzt. Die monatliche Rate beläuft sich auf 1.722 Euro. Bearbeitungsgebühr: 1% = 2.700 Euro. Die Bewertung kostet 500 Euro extra.

Zweite Option: Deutsche Spezialbank Ein deutscher Vermittler bietet 65% = 292.500 Euro über eine Partnerbank. Zinssatz: 4% variabel. Laufzeit: 15 Jahre. Monatliche Rate: 2.163 Euro. Vorteil: Deutsche Abwicklung und Beratung. Nachteil: Höhere Rate durch kürzere Laufzeit.

Dritte Option: Beleihung der deutschen Immobilie Familie Weber besitzt eine abbezahlte Eigentumswohnung in Frankfurt im Wert von 400.000 Euro. Die Hausbank bietet 250.000 Euro Darlehen zu 3,7% fest für 15 Jahre. Laufzeit: 20 Jahre. Monatliche Rate: 1.477 Euro. Mit dem Eigenkapital können sie cash kaufen.

Nach sorgfältiger Abwägung wählt Familie Weber Option 3. Die niedrigere Rate lässt mehr Spielraum für die laufenden Kosten auf Mallorca. Die deutsche Abwicklung gibt Sicherheit. Das Risiko der doppelten Objekthaftung nehmen sie bewusst in Kauf, da beide Jobs sicher sind.

Spezielle Finanzierungsformen

Baufinanzierung für Neubauprojekte

Neubauten werden anders finanziert als Bestandsimmobilien. Die Bank zahlt in Tranchen entsprechend dem Baufortschritt. Das reduziert ihr Risiko. Sie zahlen nur Zinsen auf die bereits ausgezahlten Beträge. Das spart anfangs Geld.

Die Herausforderung liegt in der Bewertung. Die Bank bewertet ein noch nicht existierendes Objekt. Sie prüft den Bauträger genau. Ist er solvent? Hat er Referenzen? Die Baugenehmigungen müssen vollständig sein. Der Fertigstellungstermin muss realistisch sein.

Viele Banken verlangen zusätzliche Sicherheiten bei Neubauten. Eine Bankbürgschaft des Bauträgers ist Standard. Sie sichert die Anzahlungen ab. Trotzdem bleibt ein Restrisiko. Wenn der Bauträger pleitegeht, wird es kompliziert.

Renovierungskredite richtig nutzen

Sie kaufen günstig und renovieren? Dann brauchen Sie zusätzliches Kapital für die Modernisierung. Manche Banken bieten Kombikredite an. Der Kaufpreis und die Renovierung werden gemeinsam finanziert. Das ist effizienter als zwei separate Kredite.

Die Bank will einen detaillierten Renovierungsplan sehen. Kostenvoranschläge von Handwerkern sind Pflicht. Die Arbeiten müssen realistisch kalkuliert sein. Eine Reserve von 20% ist empfehlenswert. Renovierungen werden immer teurer als geplant.

Die Auszahlung erfolgt auch hier in Stufen. Nach jedem Bauabschnitt prüft die Bank den Fortschritt. Erst dann gibt es die nächste Tranche. Diese Kontrolle nervt, schützt aber vor Überschuldung.

Die häufigsten Fehler und ihre Vermeidung

Fehler 1: Zu optimistische Kalkulation

Viele rechnen zu knapp. Sie kalkulieren mit dem Maximum der Bankzusage. Dabei vergessen sie: Die Bewertung kann niedriger ausfallen. Die Zinsen können steigen. Das Einkommen kann sinken. Planen Sie Puffer ein – mindestens 10% mehr Eigenkapital als nötig.

Fehler 2: Zu späte Vorbereitung

Die Finanzierung braucht Zeit. Wer erst sucht und dann finanziert, verliert oft seine Traumimmobilie. Beginnen Sie mindestens drei Monate vorher. Klären Sie Ihr Budget. Holen Sie Vorabzusagen ein. So können Sie schnell handeln, wenn Sie fündig werden.

Fehler 3: Nur eine Bank anfragen

Die Konditionen unterscheiden sich erheblich. Ein Prozent Zinsunterschied macht bei 300.000 Euro und 20 Jahren Laufzeit über 30.000 Euro aus. Vergleichen Sie mindestens drei Angebote. Nutzen Sie die Konkurrenz zwischen den Banken.

Fehler 4: Sprachbarriere unterschätzen

Spanische Kreditverträge haben 40-60 Seiten Kleingedrucktes. Ohne perfekte Sprachkenntnisse verstehen Sie wichtige Details nicht. Lassen Sie den Vertrag übersetzen. Noch besser: Lassen Sie ihn von einem Anwalt prüfen. Die 1.000 Euro Kosten können Sie vor großem Schaden bewahren.

Fehler 5: Nebenkosten vergessen

Der Kredit deckt nur den Kaufpreis. Die Nebenkosten von 12-14% müssen aus Eigenkapital kommen. Auch die laufenden Kosten werden unterschätzt. Grundsteuer, Versicherungen, Gemeinschaftskosten – rechnen Sie mit 3.000-5.000 Euro jährlich zusätzlich zur Kreditrate.

Ihre umfassende Finanzierungs-Checkliste

Drei Monate vor dem Kauf

☐ Eigenkapital-Check: Mindestens 40% plus Nebenkosten vorhanden? ☐ Einkommensnachweise der letzten 3 Jahre sammeln ☐ Vermögensaufstellung erstellen ☐ NIE-Nummer beantragen (falls noch nicht vorhanden) ☐ Erste Bankgespräche führen ☐ Übersetzungen organisieren

Bei konkretem Kaufinteresse

☐ Finale Finanzierungsangebote einholen (mindestens 3) ☐ Bewertungstermin vereinbaren ☐ Alle Dokumente vervollständigen ☐ Anwalt für Vertragsprüfung beauftragen ☐ Herkunftsnachweise für Eigenkapital vorbereiten

Vor Vertragsunterzeichnung

☐ Finanzierungszusage schriftlich vorliegen ☐ Kreditvertrag übersetzen und prüfen lassen ☐ Auszahlungsmodalitäten klären ☐ Versicherungen vorbereiten ☐ Notartermin koordinieren

Zusammenfassung: Der Weg zur erfolgreichen Finanzierung

Die Immobilienfinanzierung auf Mallorca ist anspruchsvoll, aber mit der richtigen Strategie absolut machbar. Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem umfassenden Guide:

Erstens: Sie brauchen deutlich mehr Eigenkapital als in Deutschland – mindestens 30-40% plus alle Nebenkosten. Diese Hürde müssen Sie von Anfang an einplanen.

Zweitens: Sowohl spanische als auch deutsche Banken bieten interessante Finanzierungsoptionen. Die Wahl hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Drittens: Die Zinsen liegen 1-2% über deutschen Immobilienkrediten. Diese Mehrkosten müssen Sie in Ihre Kalkulation einbeziehen.

Viertens: Die Vorbereitung ist das A und O. Beginnen Sie mindestens drei Monate vor dem geplanten Kauf mit der Finanzierungsplanung.

Fünftens: Vergleichen Sie intensiv. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich und können zehntausende Euro ausmachen.

Ihr Weg zum Erfolg

Bei immobilienmallorca.com unterstützen wir Sie umfassend bei der Finanzierungssuche. Wir kennen die Banken, die deutsche Kunden schätzen. Wir wissen, welche Unterlagen wirklich gebraucht werden. Unsere langjährigen Kontakte öffnen Türen und beschleunigen Prozesse.

Lassen Sie sich nicht von den Hürden abschrecken. Mit der richtigen Vorbereitung und professioneller Unterstützung klappt die Finanzierung. Tausende Deutsche haben es bereits geschafft. Sie schaffen das auch.

Die verschiedenen Finanzierungsoptionen geben Ihnen Flexibilität. Ob spanische Bank, deutscher Spezialanbieter oder Beleihung der deutschen Immobilie – für jede Situation gibt es die passende Lösung. Ihr Traum von der eigenen Immobilie auf Mallorca ist näher als Sie denken. Mit der richtigen Finanzierungsstrategie wird er Realität.

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