Was genau sind Faros – und warum sind sie so besondere Wanderziele?
Das spanische Wort „Faro“ bedeutet schlicht Leuchtturm. Auf Mallorca gibt es insgesamt rund ein Dutzend dieser Küstenwächter. Sie stehen an Kaps, auf Klippen und an Hafeneinfahrten rund um die Insel. Jeder einzelne erzählt eine eigene Geschichte aus Jahrhunderten der Seefahrt.
Stellen Sie sich einen Leuchtturm wie einen Wegweiser am Meer vor. Früher warnte er Schiffe vor gefährlichen Felsen und Untiefen. Heute dient er oft noch derselben Funktion, gleichzeitig aber auch als Ziel für Wanderer und Fotografen. Viele Faros auf Mallorca stammen aus dem 19. Jahrhundert. Damals ließ die spanische Regierung ein ganzes Netzwerk an Leuchttürmen entlang der Küsten errichten.
Was Mallorcas Leuchttürme als Wanderziele so reizvoll macht, lässt sich in wenigen Punkten zusammenfassen:
- Dramatische Lage: Faros stehen fast immer an exponierten Küstenabschnitten mit freiem Blick aufs Meer.
- Historische Architektur: Die Türme verbinden Funktion und Ästhetik auf einzigartige Weise.
- Naturerlebnis: Die Wege dorthin führen durch unberührte Küstenlandschaften.
- Erreichbarkeit im Frühling: Im April und Mai sind die Pfade gut begehbar und nicht überlaufen.
- Fotografische Highlights: Das Frühlingslicht auf Mallorca ist besonders weich und warm.
Ein Faro auf Mallorca gehört zur Kategorie der historischen Küstenbauwerke. Er besitzt die Eigenschaft, an den landschaftlich markantesten Punkten der Insel zu stehen. Dadurch wird jede Wanderung zu einem dieser Türme automatisch auch zu einer Küstenwanderung mit Panoramablick.
Warum gerade der Frühling ideal für Leuchtturm-Wanderungen ist
Im Hochsommer brennt die Sonne auf Mallorcas Küstenpfade. Die Temperaturen steigen leicht über 35 Grad. Es gibt kaum Schatten auf den exponierten Wegen zu den Leuchttürmen. Das macht viele Routen im Juli und August unangenehm oder sogar riskant.
Der Frühling hingegen bietet ein völlig anderes Bild. Im April und Mai liegen die Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad – perfektes Wanderwetter. Der Wind weht frisch, aber nicht zu kräftig. Und die Vegetation steht in voller Blüte. Entlang der Küstenpfade finden Sie wilde Orchideen, blühenden Rosmarin und leuchtend roten Mohn. Das ist auch der Grund, warum erfahrene Residenten den Frühling als die eigentliche Wandersaison betrachten.
Hinzu kommt ein praktischer Vorteil: Die Parkplätze an den Ausgangspunkten der Wanderungen sind noch nicht überfüllt. Zufahrten wie zum Cap de Formentor, die im Sommer gesperrt werden, sind im Frühling oft noch frei zugänglich. Das bedeutet, dass Sie Ihre Tour in Ruhe planen und genießen können, ohne sich um Shuttlebusse oder Alternativrouten kümmern zu müssen.
Die schönsten Leuchtturm-Wanderungen auf Mallorca im Überblick
Mallorca besitzt eine erstaunliche Vielfalt an Küstenlandschaften. Von schroffen Felsklippen im Norden bis zu sanften Dünenlandschaften im Süden. Jeder Leuchtturm steht in einer anderen Szenerie. Die folgenden Routen eignen sich besonders gut für Einsteiger und Frühlingswanderer.
Far de Cap de Formentor – Der Klassiker im Norden
Der Leuchtturm am Cap de Formentor befindet sich an Mallorcas nördlichster Spitze. Er ist vermutlich der bekannteste Faro der gesamten Insel. Die Straße dorthin schlängelt sich entlang steiler Klippen und bietet atemberaubende Ausblicke. Im Frühling können Sie die gesamte Strecke oft noch mit dem eigenen Auto fahren.
Von einem Aussichtspunkt etwa zwei Kilometer vor dem Leuchtturm startet ein kurzer Fußweg. Dieser führt direkt zum Turm, der seit 1863 über dem Meer wacht. Die Wanderung selbst ist einfach und dauert nur etwa 20 Minuten. Das Besondere ist die Kulisse: Zu beiden Seiten fallen die Klippen über 200 Meter steil ins Meer ab. An klaren Frühlingstagen sehen Sie von hier bis zur Nachbarinsel Menorca.
Far de Capdepera – Über die Klippen zur Ostspitze
Im Nordosten der Insel liegt der Far de Capdepera, auch bekannt als Leuchtturm von Cala Rajada. Die Wanderung dorthin beginnt direkt im Ortskern von Cala Rajada. Sie folgen einem gut markierten Küstenpfad durch duftende Pinienwälder. Nach etwa 45 Minuten erreichen Sie den Turm auf der Punta de Capdepera.
Diese Route eignet sich hervorragend für Wanderanfänger. Der Weg ist breit und gut befestigt. Unterwegs passieren Sie mehrere kleine Buchten, in denen Sie im April bereits die Füße ins Wasser halten können. Der Leuchtturm selbst stammt aus dem Jahr 1861 und steht auf einer felsigen Landzunge. Im Frühling nisten hier Sturmtaucher und Korallenmöwen, weshalb dieser Ort auch für Vogelbeobachter interessant ist.
Far de Ses Salines – Am südlichsten Punkt der Insel
Ganz im Süden von Mallorca markiert der Far de Ses Salines die Meerenge zwischen Mallorca und Cabrera. Die Wanderung beginnt am Strand von Es Caragol und führt über einen naturbelassenen Küstenpfad zum Leuchtturm. Rechnen Sie mit etwa einer Stunde Gehzeit pro Richtung.
Der Weg führt durch eine flache, windgepeitschte Landschaft. Hier wachsen Stranddisteln, Seelilien und niedrige Büsche, die sich dem ständigen Wind anpassen. Diese karge Schönheit hat ihren ganz eigenen Reiz. Am Leuchtturm angekommen, blicken Sie auf den Cabrera-Archipel, einen geschützten Nationalpark. Im Frühling ist das Licht hier besonders klar, weshalb Fotografen diesen Standort lieben.
Far de Portocolom – Der Hafenwächter im Osten
Dieser kleine Leuchtturm steht an der Einfahrt des natürlichen Hafens von Portocolom. Die Wanderung ist kurz und einfach. Sie folgen der Uferpromenade und biegen dann auf einen schmalen Pfad ab, der zur Landzunge führt. In nur 30 Minuten stehen Sie vor dem Turm.
Was diese Route besonders macht, ist die Verbindung von Dorfcharme und Küstennatur. Portocolom ist eines der authentischsten Fischerdörfer Mallorcas. Nach der Wanderung können Sie in einem der Hafenrestaurants frischen Fisch genießen. Dadurch wird der Ausflug zu einem runden Erlebnis aus Bewegung, Natur und mallorquinischer Kulinarik.
Far d’Artrutx – Sonnenuntergänge im Südwesten
Im äußersten Südwesten der Insel steht der Far d’Artrutx bei Cala en Bosc. Dieser rot-weiß gestreifte Leuchtturm ist leicht zu erreichen und bietet einen der berühmtesten Sonnenuntergänge Mallorcas. Die Wanderung entlang der Küste von Cala en Bosc dauert nur etwa 20 Minuten.
Obwohl die Route kurz ist, lohnt sie sich besonders an Frühlingsabenden. Das Licht taucht die gesamte Küste in goldene Farben. Der Turm selbst wurde 1858 erbaut und gehört zu den ältesten Leuchttürmen der Insel. In seiner unmittelbaren Umgebung finden Sie einige der schönsten Picknickplätze mit Meerblick.
| Leuchtturm | Region | Gehzeit (einfach) | Schwierigkeit | Bester Zeitpunkt | |
| Far de Formentor | Nordspitze | 20 Min. | Leicht | Vormittags | |
| Far de Capdepera | Nordosten | 45 Min. | Leicht | Ganztags | |
| Far de Ses Salines | Süden | 60 Min. | Mittel | Vormittags | |
| Far de Portocolom | Osten | 30 Min. | Leicht | Ganztags | |
| Far d’Artrutx | Südwesten | 20 Min. | Leicht | Abends |
Praktische Tipps für Ihre erste Leuchtturm-Wanderung
Eine Küstenwanderung zu einem Leuchtturm erfordert keine besondere Ausrüstung. Aber einige Grundregeln machen den Ausflug deutlich angenehmer und sicherer. Gerade wenn Sie zum ersten Mal auf Mallorcas Küstenpfaden unterwegs sind, helfen Ihnen diese Hinweise.
Die richtige Ausrüstung
Festes Schuhwerk ist das Wichtigste. Die Küstenpfade auf Mallorca bestehen oft aus Fels, losem Geröll oder sandigem Boden. Flip-Flops oder Stadtsandalen sind hier fehl am Platz. Leichte Wanderschuhe mit griffiger Sohle reichen völlig aus. Turnschuhe mit Profil sind ebenfalls eine akzeptable Option für die einfacheren Routen.
Packen Sie außerdem immer ausreichend Wasser ein. Auch im Frühling kann die Sonne auf den exponierten Küstenwegen überraschend stark sein. Rechnen Sie mit mindestens einem Liter pro Person für eine zweistündige Tour. Ein leichter Sonnenschutz für Kopf und Schultern gehört ebenfalls in den Rucksack. Der Küstenwind täuscht oft darüber hinweg, wie intensiv die UV-Strahlung tatsächlich ist.
Timing und Planung
Starten Sie Ihre Wanderung am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag. In den Mittagsstunden steht die Sonne selbst im April hoch und es kann warm werden. Der frühe Morgen hat zudem den Vorteil, dass Sie die Wege fast für sich allein haben. Und am späten Nachmittag belohnt Sie das berühmte „goldene Licht“ des Mittelmeers.
Informieren Sie sich vorab über die Wetterverhältnisse. Mallorcas Frühlingswind kann an der Küste recht kräftig wehen. An den exponierten Kaps wie Formentor oder Ses Salines sind Windböen keine Seltenheit. Bei sehr starkem Wind sollten Sie Klippen-Wanderungen lieber verschieben. Die Wetter-App Ihres Smartphones oder die Website der AEMET, dem spanischen Wetterdienst, liefert zuverlässige Vorhersagen.
Orientierung und Wege
Die meisten Leuchtturm-Wanderungen auf Mallorca sind gut ausgeschildert. Viele Routen folgen den sogenannten „Camins de la Mar“ – historischen Küstenwegen, die früher von Fischern und Wachtürmen genutzt wurden. Trotzdem empfiehlt es sich, eine Offline-Karte auf dem Handy zu haben. In einigen Küstenabschnitten ist der Mobilfunkempfang eingeschränkt.
Ein praktischer Tipp: Die App Wikiloc bietet zahlreiche GPS-Tracks für Mallorcas Küstenwanderungen. Sie können die Route vorab herunterladen und offline nutzen. So verlaufen Sie sich auch auf weniger bekannten Pfaden nicht.
Natur entlang der Küstenpfade: Was Sie im Frühling erwartet
Die Wanderungen zu Mallorcas Leuchttürmen führen durch einige der artenreichsten Landschaften der Insel. Im Frühling explodiert die Vegetation förmlich. Die sogenannte Macchia – das ist die typische mediterrane Buschvegetation – steht in voller Blüte und verströmt einen intensiven Duft. Rosmarin, Thymian und wilder Lavendel begleiten fast jeden Küstenweg.
Besonders auffällig sind im April die wild wachsenden Orchideen. Mallorca beherbergt über 30 verschiedene Orchideenarten, von denen viele direkt an den Küstenwegen wachsen. Dazu kommen leuchtend roter Mohn, gelbe Strohblumen und die zarten blauen Blüten des Rosmarins. Diese Vielfalt macht jede Leuchtturm-Wanderung im Frühling auch zu einer botanischen Entdeckungsreise.
Auch die Tierwelt zeigt sich im Frühling von ihrer besten Seite. An den Klippen nisten Eleonorenfalken und Sturmtaucher. Über den Küstenwegen kreisen Turmfalken und gelegentlich sogar Fischadler. Im Wasser vor den Leuchttürmen können Sie mit etwas Glück Delfine beobachten, besonders an der Süd- und Ostküste. Der Frühling ist die aktivste Zeit für Mallorcas Küstentierwelt, weshalb Naturliebhaber in dieser Saison besonders auf ihre Kosten kommen.
Leuchtturm-Wanderungen und das Küstenleben auf Mallorca
Wer Mallorca wirklich kennenlernen möchte, kommt an der Küste nicht vorbei. Die Outdoor-Saison und Küstenleben gehören auf dieser Insel untrennbar zusammen. Ab dem Frühling verlagert sich das Leben nach draußen. Terrassen öffnen, Segelboote werden zu Wasser gelassen, und die Küstenwege füllen sich mit Wanderern und Läufern.
Eine Leuchtturm-Wanderung passt perfekt in diesen Rhythmus. Sie verbindet sportliche Aktivität mit Naturerlebnis und kultureller Entdeckung. Viele der Faros stehen in der Nähe von Fischerdörfern oder kleinen Häfen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Tour mit einem Besuch in einem lokalen Restaurant oder einem Sprung ins Meer verbinden können. Die Outdoor-Saison und Küstenleben verschmelzen auf Mallorca zu einer ganzheitlichen Erfahrung, die weit über bloßes Wandern hinausgeht.
Gerade für Menschen, die über eine Immobilie auf Mallorca nachdenken, bieten diese Wanderungen wertvolle Einblicke. Sie lernen die verschiedenen Küstenabschnitte kennen: die wilde Nordküste, die liebliche Ostseite, den sonnenverwöhnten Süden. Jede Region hat ihren eigenen Charakter. Wer die Küstenpfade zu Fuß erkundet, entwickelt ein viel tieferes Verständnis für die Geografie und Lebensqualität der verschiedenen Inselteile.
Schritt für Schritt: Ihre erste Leuchtturm-Wanderung planen
Lassen Sie uns einmal konkret durchgehen, wie Sie Ihren ersten Ausflug zu einem Faro organisieren. Als Beispiel nehmen wir den Far de Capdepera im Nordosten, weil er für Einsteiger ideal ist.
- Route wählen: Starten Sie am Hafen von Cala Rajada. Folgen Sie der Beschilderung Richtung „Far de Capdepera“. Der Weg ist durchgehend markiert.
- Zeitfenster einplanen: Rechnen Sie mit insgesamt zwei Stunden für Hin- und Rückweg inklusive Pausen. Starten Sie idealerweise um 9 Uhr morgens oder um 17 Uhr nachmittags.
- Ausrüstung packen: Wanderschuhe, 1 Liter Wasser, Sonnenschutz, Kamera, kleiner Snack. Fertig.
- Parken: Nutzen Sie die öffentlichen Parkplätze am Hafen von Cala Rajada. Im Frühling finden Sie dort leicht einen Platz.
- Loswandern: Folgen Sie dem Küstenpfad durch den Pinienwald. Genießen Sie die Ausblicke auf die kleinen Buchten unterwegs.
- Am Leuchtturm ankommen: Nehmen Sie sich Zeit, die Aussicht zu genießen. Machen Sie Fotos. Atmen Sie die Meeresluft ein.
- Rückweg und Belohnung: Gehen Sie denselben Weg zurück und gönnen Sie sich anschließend ein Mittagessen im Hafen.
Sie sehen: So eine Leuchtturm-Wanderung ist kein Extremsport. Es ist ein entspannter Ausflug, den wirklich jeder unternehmen kann. Die Belohnung am Ende – ein historischer Turm vor der Weite des Meeres – macht jeden einzelnen Schritt wert.
Häufige Fehler, die Anfänger vermeiden sollten
Bei aller Einfachheit gibt es einige Stolperfallen, die Ihren Ausflug unnötig erschweren können. Aus der Erfahrung vieler Mallorca-Wanderer haben sich bestimmte Fehler herauskristallisiert, die immer wieder vorkommen.
Der häufigste Fehler ist mangelnder Sonnenschutz. Gerade an der Küste unterschätzen viele die Intensität der Sonne. Der Wind kühlt die Haut, aber die UV-Strahlung bleibt hoch. Tragen Sie immer Sonnencreme und idealerweise eine Kopfbedeckung, auch wenn es bewölkt aussieht.
Ein weiterer typischer Anfängerfehler betrifft die Wassermenge. „Ich bin ja nur eine Stunde unterwegs“ – dieser Gedanke führt regelmäßig dazu, dass Wanderer ohne ausreichend Wasser losgehen. An den Leuchttürmen gibt es weder Kioske noch Trinkwasserbrunnen. Alles, was Sie brauchen, müssen Sie selbst mitnehmen.
Auch die Zeitplanung sorgt manchmal für Probleme. Wer den Sonnenuntergang am Leuchtturm erleben möchte, muss bedenken: Der Rückweg liegt dann in der Dämmerung. Auf unbefestigten Küstenpfaden kann das unangenehm werden. Nehmen Sie in diesem Fall eine kleine Taschenlampe oder Stirnlampe mit.
Und schließlich: Bleiben Sie auf den markierten Wegen. Die Klippen an Mallorcas Küste sind oft brüchig. Was wie fester Fels aussieht, kann an der Kante porös und instabil sein. Respektieren Sie Absperrungen und halten Sie Sicherheitsabstand zum Rand.
Leuchttürme als Fenster zur Inselgeschichte
Jeder Leuchtturm auf Mallorca ist ein Stück lebendige Geschichte. Die meisten Faros wurden zwischen 1850 und 1870 erbaut, als Spanien sein Küstensicherungsnetz modernisierte. Damals war die Seefahrt das wichtigste Transportmittel im Mittelmeer. Ohne Leuchttürme waren die felsigen Küsten Mallorcas eine tödliche Gefahr für Schiffe.
Die Architektur der mallorquinischen Leuchttürme folgt einem typisch mediterranen Stil. Die meisten bestehen aus dem lokalen Sandstein, der „Marés“ genannt wird. Dieser helle, weiche Stein gibt den Türmen ihre charakteristische warme Farbe. Manche wurden später weiß gestrichen, um sie für Seefahrer besser sichtbar zu machen. Die Turmhöhe variiert je nach Standort: An hohen Klippen reichen niedrige Türme, an flachen Küsten mussten die Baumeister höher bauen.
Einige der Leuchttürme wurden in den letzten Jahren liebevoll restauriert. Der Far de Ses Salines beherbergt heute ein kleines Informationszentrum. Andere, wie der Far de Porto Colom, stehen noch im Originalzustand. Wer sich für die Geschichte der Seefahrt interessiert, findet in diesen Bauwerken faszinierende Zeugnisse einer vergangenen Epoche.
Fotografie an den Leuchttürmen: Tipps für beeindruckende Bilder
Mallorcas Küstenleuchttürme gehören zu den meistfotografierten Motiven der Insel. Und das aus gutem Grund. Die Kombination aus weißem Turm, blauem Meer und dramatischer Felsküste ergibt fast automatisch ein starkes Bild. Im Frühling kommen blühende Wildblumen als zusätzliches Gestaltungselement hinzu.
Für die besten Ergebnisse sollten Sie die „Goldene Stunde“ nutzen. Das ist die Zeit kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang, wenn das Licht warm und weich fällt. An den nach Osten ausgerichteten Leuchttürmen wie Capdepera ist der Morgen ideal. Die nach Westen zeigenden Faros wie Artrutx entfalten ihre volle Magie zum Sonnenuntergang.
Ein praktischer Fotografietipp: Nehmen Sie den Leuchtturm nicht immer aus der Frontalperspektive auf. Gehen Sie um den Turm herum und suchen Sie Winkel, die das Meer im Hintergrund zeigen. Nutzen Sie blühende Sträucher oder Felsen als natürlichen Vordergrund. So entstehen Bilder mit Tiefe und Atmosphäre, die weit über ein typisches Urlaubsfoto hinausgehen.
Küstenwanderungen als Teil des Insellebens
Die Wanderung zu einem Leuchtturm ist mehr als ein Tagesausflug. Für viele Residenten auf Mallorca gehören regelmäßige Küstenwanderungen zum festen Rhythmus des Insellebens. Es ist eine Art, die Verbindung zur Natur aufrechtzuerhalten und die Insel immer wieder neu zu entdecken. Denn die Küste verändert sich mit den Jahreszeiten: Im Frühling grün und blühend, im Sommer golden und trocken, im Herbst wild und stürmisch.
Die Outdoor-Saison und Küstenleben beginnen auf Mallorca im Frühling und reichen bis in den späten Herbst. Leuchttürme sind dabei ganzjährig erreichbar, entfalten aber im April und Mai ihren besonderen Reiz. Die milden Temperaturen, die blühende Vegetation und die ruhigen Wege machen diese Monate zur besten Zeit für Entdeckungen zu Fuß.
Wenn Sie die Insel von ihrer authentischen Seite kennenlernen möchten, sind diese Küstenwanderungen ein perfekter Ausgangspunkt. Sie erschließen Landschaften, die vom Auto aus unsichtbar bleiben. Und sie führen zu Orten, die das Wesen Mallorcas verkörpern: den jahrhundertealten Wachtürmen am Rand des Meeres.
Das Wichtigste auf einen Blick
Fünf Dinge, die Sie mitnehmen sollten:
- Mallorca besitzt rund ein Dutzend historische Leuchttürme an den spektakulärsten Küstenpunkten.
- Der Frühling (April und Mai) ist die beste Jahreszeit für Leuchtturm-Wanderungen: mildes Wetter, blühende Natur, wenig Besucher.
- Die meisten Routen sind leicht bis mittelschwer und für Wanderanfänger geeignet.
- Festes Schuhwerk, Sonnenschutz und ausreichend Wasser sind die wichtigste Ausrüstung.
- Jeder Faro erzählt eine eigene Geschichte und bietet einzigartige Fotomotive – planen Sie genug Zeit zum Verweilen ein.
Ihre nächsten Schritte
Beginnen Sie mit einer der einfachen Routen. Der Far de Capdepera oder der Far de Portocolom sind ideale Einstiegstouren. Beide sind gut erreichbar, gut markiert und nicht zu lang. Sammeln Sie dort erste Erfahrungen mit dem Gelände und dem Klima.
Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, können Sie sich an die längeren Routen wagen. Der Far de Ses Salines bietet eine echte Tageswanderung mit einem einzigartigen Landschaftserlebnis. Und der Far de Formentor ist als Ausflug auch dann lohnenswert, wenn Sie nur einen kurzen Fußweg zum Turm zurücklegen.
Mallorca lässt sich auf vielen Wegen entdecken. Per Boot zu den Buchten, per Rad über die Landstraßen, per Auto durch die Bergdörfer. Aber zu Fuß entlang der Küste, mit einem Leuchtturm als Ziel – das hat eine Qualität, die alle anderen Erkundungsarten übertrifft. Sie spüren den Wind, riechen das Meer, hören die Wellen. Und am Ende des Weges steht ein Turm, der seit über 150 Jahren über diese Küste wacht.
Häufig gestellte Fragen
Kann man die Leuchttürme auf Mallorca von innen besichtigen?
Die meisten Faros sind von innen nicht zugänglich, da sie noch aktiv betrieben werden oder sich in privatem Besitz befinden. Einige wenige, wie der Far de Ses Salines, haben ein kleines Informationszentrum. Die wahre Attraktion liegt jedoch in der Umgebung: der Küstenlandschaft, den Klippen und dem Panoramablick.
Sind die Wanderwege auch für Kinder geeignet?
Die einfacheren Routen wie der Far de Capdepera oder der Far de Portocolom sind auch für Familien mit Kindern ab etwa sechs Jahren geeignet. Achten Sie an den Klippen besonders auf Sicherheitsabstände. Für sehr kleine Kinder sind die Wege jedoch nicht geeignet, da es kaum gesicherte Bereiche gibt.
Brauche ich spezielle Wanderschuhe?
Leichte Wanderschuhe mit griffiger Sohle reichen für alle hier beschriebenen Routen aus. Schwere Bergstiefel sind nicht nötig. Wichtig ist, dass die Schuhe guten Halt auf Fels und losem Untergrund bieten. Offene Schuhe wie Sandalen oder Flip-Flops sind auf Küstenwegen nicht sicher.
Gibt es geführte Leuchtturm-Wanderungen auf Mallorca?
Ja, mehrere lokale Wanderanbieter bieten geführte Touren zu den Leuchttürmen an. Diese Touren beinhalten oft naturkundliche und historische Erklärungen. Sie finden Angebote in Touristeninformationen oder auf Plattformen wie Wikiloc und GetYourGuide. Eine geführte Tour kann besonders für den ersten Ausflug eine gute Wahl sein.
Welcher Leuchtturm ist am besten für Sonnenuntergänge?
Der Far d’Artrutx im Südwesten und der Far de Formentor im Norden bieten die eindrucksvollsten Sonnenuntergänge. An beiden Standorten sinkt die Sonne direkt ins Meer. Planen Sie den Rückweg bei Dämmerung ein und nehmen Sie sicherheitshalber eine Taschenlampe mit.