Spargel & Artischocken: Mallorcas Frühling mit Immobilien Mallorca Spargel & Artischocken: Mallorcas Frühling mit Immobilien Mallorca

Ein älterer Mallorquiner weiß, was gut ist

Ein älterer Mallorquiner steht am Stand des Wochenmarktes in Sineu. Er greift nach einer Artischocke und dreht sie prüfend in der Hand. Ohne ein Wort sagt diese Geste alles über den Frühling auf der Insel.

Wer auf Mallorca lebt oder dorthin zieht, erlebt im Frühjahr ein kulinarisches Schauspiel. Die Felder rund um Sa Pobla, Campos und Porreres bringen dann zwei ganz besondere Gemüse hervor: Spargel und Artischocken. Beide gehören zum kulinarischen Erbe der Insel wie die Ensaimada zum Sonntagmorgen.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wann diese Gemüsesorten Saison haben, wo Sie sie finden und wie die Mallorquiner sie zubereiten. Sie brauchen dafür keine Kochausbildung. Alles beginnt mit dem Wissen, wann der richtige Moment gekommen ist, um zum Markt zu gehen.

Was macht Spargel und Artischocken auf Mallorca so besonders?

Mallorcas Frühlingsgemüse unterscheidet sich grundlegend von dem, was Sie aus dem Supermarkt in Deutschland kennen. Der Boden der Insel ist kalkhaltig und mineralreich. Das mediterrane Klima mit milden Wintern und warmen Frühjahrstagen verleiht dem Gemüse einen intensiveren Geschmack.

Stellen Sie sich den Unterschied so vor: Ein Apfel vom Baum im eigenen Garten schmeckt anders als einer aus dem Großhandel. Genau so verhält es sich mit mallorquinischem Spargel und Artischocken. Die kurzen Transportwege und die natürlichen Wachstumsbedingungen machen den entscheidenden Unterschied.

Fünf Dinge, die Sie vorab wissen sollten

  • Mallorcas Spargel ist fast immer grüner Wildspargel, kein weißer Spargel wie in Deutschland
  • Artischocken heißen auf Mallorquinisch „carxofes“ und wachsen zwischen Januar und Mai
  • Beide Gemüse erreichen ihren geschmacklichen Höhepunkt im April und Mai
  • Auf den Wochenmärkten der Insel finden Sie sie frisch vom Feld
  • Die traditionelle Zubereitung ist erstaunlich einfach und braucht wenige Zutaten

Diese Besonderheiten machen Spargel und Artischocken zu einem Erlebnis, das weit über normales Gemüseessen hinausgeht. Wer im Frühling auf Mallorca am Tisch sitzt, spürt die Jahreszeit buchstäblich auf der Zunge.

Die Saison: Wann Sie zugreifen sollten

Saisonalität ist auf Mallorca kein Marketingbegriff. Sie ist gelebte Realität. Die Insel richtet ihren Speiseplan seit Jahrhunderten nach dem, was die Natur gerade hergibt.

Der Artischocken-Kalender

Artischocken gehören zu den ersten Frühlingsboten auf den Feldern. Bereits im Januar erscheinen die ersten Knospen an den silbrig-grünen Pflanzen. Die Haupternte erstreckt sich von März bis Mai. In manchen Jahren reichen die letzten Exemplare sogar bis in den Juni hinein.

Die Artischocke ist eine Distelart, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Auf Mallorca hat sie ideale Bedingungen gefunden. Der Begriff „carxofa“ begegnet Ihnen auf jedem Marktstand. Merken Sie sich dieses Wort, denn es öffnet Gespräche mit den Marktverkäufern.

Frühzeitig geerntete Artischocken sind besonders zart. Später in der Saison werden sie größer, aber auch faseriger. Kenner bevorzugen daher die kleineren Exemplare aus dem März und April.

Wildspargel: Das grüne Gold der Insel

Mallorcas Spargel wächst nicht in geordneten Reihen auf Feldern. Er sprießt wild an Wegesrändern, unter Mandelbäumen und in der Garigue, der typischen mediterranen Buschlandschaft. Die Saison beginnt meist Mitte März und endet im Mai.

Dieser Wildspargel heißt auf Mallorquinisch „espàrrecs“. Er ist deutlich dünner als Zuchtspargel und hat einen kräftigeren, leicht bitteren Geschmack. Viele Residenten sammeln ihn bei Spaziergängen selbst. Dabei gilt eine einfache Regel: Brechen Sie die Stangen dort ab, wo sie von allein nachgeben. So schonen Sie die Pflanze.

Auf manchen Fincas wird mittlerweile auch grüner Zuchtspargel angebaut. Dieser ist etwas dicker, aber ebenfalls geschmacklich hervorragend. Beide Varianten finden Sie auf den Wochenmärkten der Insel.

Zwischenfazit zur Saisonalität

Die beste Zeit für beide Gemüse liegt im Zeitraum April bis Mai. Genau dann überschneiden sich die Erntezeiten optimal. Dadurch landen Spargel und Artischocken häufig gemeinsam auf dem Teller. Diese Kombination ist kein Zufall, sondern gewachsene Tradition.

Lokale Sorten und ihre Besonderheiten

Nicht jede Artischocke und nicht jeder Spargel schmeckt gleich. Mallorca beherbergt eigene Sorten, die sich über Generationen an die Inselbedingungen angepasst haben. Diese lokalen Varietäten tragen zum besonderen Geschmackserlebnis bei.

Artischocken-Sorten auf Mallorca

Die häufigste Sorte auf der Insel ist die violette Artischocke. Sie erkennen sie an der leicht lila Färbung der äußeren Blätter. Im Vergleich zur großen grünen Artischocke aus dem Supermarkt ist sie kleiner und kompakter. Ihr Geschmack ist nussiger und weniger bitter.

Daneben gibt es die „carxofa de la terra“, die einheimische Artischocke. Sie hat kleinere Köpfe und mehr Geschmack pro Bissen. Bauern in der Ebene von Mallorca, dem sogenannten „Pla“, bauen sie seit Generationen an. Diese Sorte steht für Authentizität und Terroir, also den Einfluss von Boden und Klima auf den Geschmack.

Wilder versus kultivierter Spargel

Beim Spargel ist die Unterscheidung einfacher. Wilder Spargel hat dünne, manchmal fast bleistiftdünne Stangen. Er wächst langsam und entwickelt dadurch ein konzentriertes Aroma. Kultivierter grüner Spargel ist dicker und milder im Geschmack.

Der Unterschied lässt sich so veranschaulichen: Wildspargel verhält sich zu Zuchtspargel wie eine Wilderdbeere zu einer Gartenerdbeere. Kleiner, intensiver und ein wenig ungezähmt. Beide haben ihren Platz in der mallorquinischen Küche, weshalb Sie auf den Märkten oft beide Varianten nebeneinander finden.

EigenschaftWildspargel (Espàrrecs)Kultivierter Spargel
DickeSehr dünn (2–5 mm)Mittel bis dick (8–15 mm)
GeschmackKräftig, leicht bitterMild, leicht süßlich
HerkunftWildwachsendFinca-Anbau
VerfügbarkeitMärz bis MaiFebruar bis Juni
Preis auf dem MarktHöher (ca. 8–12 €/kg)Günstiger (ca. 4–7 €/kg)

 

Wo Sie frischen Spargel und Artischocken auf Mallorca finden

Die Einkaufsquelle bestimmt die Qualität. Das gilt auf Mallorca noch stärker als anderswo. Wer das Beste aus der Frühlingssaison herausholen möchte, sollte die richtigen Anlaufstellen kennen.

Wochenmärkte als erste Adresse

Mallorcas Wochenmärkte sind weit mehr als Einkaufsgelegenheiten. Sie sind soziale Treffpunkte und kulinarische Schatzkammern. Für frisches Frühlingsgemüse empfehlen sich besonders diese Märkte:

  • Sineu (mittwochs): Einer der ältesten Märkte der Insel mit großem Gemüseangebot
  • Santa Maria del Camí (sonntags): Beliebt bei Kennern, die regionale Produkte schätzen
  • Santanyí (samstags): Hübscher Markt mit einer Mischung aus lokalen Produkten und Kunsthandwerk
  • Alcúdia (dienstags und sonntags): Großes Angebot, besonders für Gemüse aus dem Norden der Insel
  • Campos (samstags): Kleiner, aber sehr authentischer Bauernmarkt

Gehen Sie möglichst früh am Morgen. Die besten Stücke sind oft schon gegen zehn Uhr vergriffen. Ein weiterer Tipp: Kaufen Sie bei den Ständen, an denen die Einheimischen anstehen. Das ist meistens ein verlässliches Qualitätssignal.

Direkt von der Finca

Einige Fincas auf Mallorca verkaufen ihr Gemüse direkt an der Haustür. Dieses Konzept kennen Sie vielleicht als Farm-to-Table, also vom Feld direkt auf den Tisch. Im März haben wir bereits über Farm-to-Table auf Mallorca und Restaurants berichtet, die direkt vom Feld kochen. Beim Gemüsekauf von der Finca erleben Sie dieses Prinzip auf der einfachsten Stufe.

Fragen Sie in Ihrem Dorf nach „horts“ oder „finques“ mit Direktverkauf. Viele dieser kleinen Betriebe haben keine Webseite. Mundpropaganda ist hier der beste Wegweiser. Gerade in der Region um Sa Pobla finden Sie zahlreiche Artischockenfelder mit Verkauf ab Hof.

Selbst sammeln: Wildspargel finden

Das Sammeln von Wildspargel hat auf Mallorca Tradition. Viele Residenten machen daraus einen Frühlingsspaziergang mit kulinarischem Ertrag. Der Spargel wächst bevorzugt an sonnigen Böschungen und unter Olivenbäumen. Achten Sie auf die typischen farnartigen Büsche des Spargelgewächses. Die essbaren Triebe sprießen an der Basis.

Wichtig: Sammeln Sie nur auf öffentlich zugänglichem Land oder mit Erlaubnis des Grundstücksbesitzers. Mallorca nimmt Eigentumsrechte ernst. Wer sich unsicher ist, findet auf Kochkursen auf Mallorca oft geführte Sammelausflüge als Teil des Programms.

Traditionelle Zubereitungsarten: So kochen die Mallorquiner

Die mallorquinische Küche folgt einem einfachen Prinzip: Gute Zutaten brauchen wenig Bearbeitung. Das gilt besonders für Spargel und Artischocken. Die traditionellen Rezepte kommen mit einer Handvoll Zutaten aus und lassen das Gemüse in den Vordergrund treten.

Artischocken nach mallorquinischer Art

Das bekannteste Artischocken-Gericht heißt „carxofes farcides“ – gefüllte Artischocken. Dabei werden die Artischockenböden mit einer Mischung aus Sobrassada (der typisch mallorquinischen Paprikawurst), Knoblauch und Semmelbröseln gefüllt. Anschließend kommen sie in den Ofen.

Eine einfachere Variante sind „carxofes fregides“, also in Olivenöl gebratene Artischocken. Sie werden halbiert, mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne gelegt und langsam gegart. Etwas Meersalz und ein Spritzer Zitrone genügen. Diese Methode eignet sich besonders für Anfänger.

Artischocken tauchen außerdem im „arròs brut“ auf, dem traditionellen mallorquinischen Reisgericht. In der Frühlingsvariante ersetzt die Artischocke das winterliche Wurzelgemüse. Dadurch bekommt das Gericht eine frische, leicht herbe Note.

Wildspargel: Weniger ist mehr

Wildspargel braucht kaum mehr als eine heiße Pfanne mit Olivenöl. Die klassische Zubereitung ist das „Revoltillo de espàrrecs“: Spargel wird kurz angebraten und dann mit verquirlten Eiern vermischt. Dieses Gericht ähnelt einer Frittata und gehört zum Frühlings-Standardrepertoire jeder mallorquinischen Familie.

Eine weitere beliebte Variante sind Spargelspitzen als Tapa. Kurz in der Pfanne geschwenkt, mit grobem Salz bestreut und mit Aioli serviert. Einfacher geht es kaum, und doch entfaltet sich der volle Geschmack des Wildspargels.

Schritt-für-Schritt: Artischocken richtig vorbereiten

Viele Menschen trauen sich nicht an Artischocken heran. Die stachelige Knospe wirkt einschüchternd. Dabei ist die Vorbereitung unkompliziert, wenn Sie diese Schritte befolgen:

  1. Füllen Sie eine Schüssel mit kaltem Wasser und dem Saft einer halben Zitrone
  2. Brechen Sie die äußeren, harten Blätter ab, bis die hellgrünen, weichen Blätter erscheinen
  3. Schneiden Sie die obere Hälfte der Artischocke mit einem scharfen Messer ab
  4. Halbieren Sie die Artischocke und entfernen Sie das „Heu“ in der Mitte mit einem Löffel
  5. Legen Sie die vorbereiteten Hälften sofort ins Zitronenwasser, damit sie nicht braun werden
  6. Trocknen Sie die Stücke vor dem Kochen gut ab

Diese Methode funktioniert für alle Zubereitungsarten. Das Zitronenwasser verhindert die Oxidation, also das Braunwerden. Dieser Trick stammt direkt aus mallorquinischen Küchen und ist dort so selbstverständlich wie das Salzen von Nudelwasser.

Gesundheitliche Vorteile: Mehr als nur guter Geschmack

Frühlingsgemüse von der Insel bringt neben Genuss auch handfeste gesundheitliche Vorteile. Beide Gemüsesorten galten im Mittelmeerraum seit Jahrhunderten als Heilpflanzen. Moderne Ernährungswissenschaft bestätigt vieles davon.

Artischocken enthalten Cynarin, einen Bitterstoff, der die Leberfunktion unterstützt. Sie sind außerdem reich an Ballaststoffen und Folsäure. Wer nach den kalorienreichen Wintermonaten leichtere Kost sucht, findet in der Artischocke eine ideale Begleiterin. Eine mittelgroße Artischocke hat nur etwa 50 Kalorien.

Spargel wiederum wirkt entwässernd und enthält viel Vitamin K. Dieses Vitamin ist wichtig für die Blutgerinnung und die Knochengesundheit. Gerade für Menschen, die viel Zeit in der Sonne verbringen, liefert Spargel zudem wertvolle Antioxidantien.

Zusammen ergänzen sich die beiden Gemüse hervorragend. Die Artischocke bringt Bitterstoffe und die Spargelstange Mineralien. Das ist einer der Gründe, weshalb die mallorquinische Tradition beide gemeinsam auf den Tisch bringt. Es ist ein intuitives Ernährungswissen, das über Generationen weitergegeben wurde.

Wie Frühlingsgemüse mit Mallorcas Esskultur zusammenhängt

Spargel und Artischocken stehen nicht allein. Sie sind Teil eines ganzen Netzwerks saisonaler Zutaten, das die mallorquinische Küche im Frühling prägt. Dazu gehören Favabohnen, Erbsen und frische Kräuter wie Minze und Fenchel. Im März haben wir bereits über Frühlingsgemüse wie Artischocken, Erbsen und Favabohnen im Zusammenhang mit der Saison berichtet.

Diese Verbindung reicht tief in die Kultur der Insel. Mallorcas Kulinarik und Genuss im Mai erreicht ihren jährlichen Höhepunkt, wenn alle Frühlingsprodukte gleichzeitig verfügbar sind. Die Märkte quellen dann über vor Farben und Aromen. Restaurants passen ihre Karten an und servieren Gerichte, die es nur wenige Wochen im Jahr gibt.

Wer eine Immobilie auf Mallorca besitzt oder den Kauf erwägt, erlebt diese kulinarische Dimension als festen Bestandteil des Insellebens. Es geht nicht nur um Essen. Es geht um ein Lebensgefühl, das sich am Rhythmus der Natur orientiert. Genau dieses Lebensgefühl macht den Frühling auf Mallorca für viele Residenten zur schönsten Jahreszeit.

Die Rolle der Dorffeste

Einige Gemeinden auf Mallorca feiern ihre Ernteprodukte mit eigenen Festen. Die „fira de la carxofa“ in Sa Pobla etwa widmet sich ausschließlich der Artischocke. Hier probieren Sie Dutzende Zubereitungsarten und lernen von den Bauern selbst. Solche Mallorca Food Festivals im Mai und in den Wochen davor verbinden Genuss mit Gemeinschaft.

Diese Feste bieten eine hervorragende Gelegenheit, lokale Produzenten kennenzulernen. Viele Besucher entdecken dort ihren Lieblingsstand, bei dem sie fortan regelmäßig einkaufen. Die Verbindung zwischen Erzeuger und Verbraucher ist auf Mallorca kürzer als fast überall sonst in Europa.

Praktische Tipps: Häufige Anfängerfehler vermeiden

Selbst erfahrene Hobbyköche machen bei Artischocken und Spargel typische Fehler. Die folgenden Hinweise helfen Ihnen, diese Stolperfallen zu umgehen.

Fehler bei Artischocken

  • Zu spät ins Zitronenwasser: Artischocken oxidieren innerhalb von Minuten. Legen Sie jedes Stück sofort nach dem Schneiden ins Wasser
  • Das Heu mitessen: Die faserigen Härchen im Inneren der Knospe sind nicht essbar. Entfernen Sie sie gründlich
  • Zu große Exemplare wählen: Kleinere Artischocken sind zarter und einfacher zuzubereiten
  • Ohne Handschuhe arbeiten: Der Saft der Artischocke verfärbt die Hände dunkel. Dünne Einmalhandschuhe helfen

Fehler bei Wildspargel

  • Zu lange kochen: Wildspargel braucht nur zwei bis drei Minuten in der Pfanne. Längeres Garen macht ihn matschig
  • Dicke Enden nicht abbrechen: Biegen Sie jede Stange leicht. Dort, wo sie von selbst bricht, beginnt der essbare Teil
  • Verwechslung mit ähnlichen Pflanzen: Beim Sammeln in der Natur nur ernten, was Sie sicher identifizieren können

Einkaufs-Checkliste für den Marktbesuch

Nehmen Sie sich diese kurze Liste mit, wenn Sie das nächste Mal auf dem Wochenmarkt stehen:

  1. Prüfen Sie bei Artischocken, ob die Blätter eng anliegen und fest sind
  2. Frische Artischocken quietschen leicht, wenn Sie die Blätter zusammendrücken
  3. Spargelstangen sollten fest und nicht biegsam sein
  4. Die Schnittenden beim Spargel dürfen nicht ausgetrocknet aussehen
  5. Fragen Sie den Verkäufer nach dem Erntedatum – frisch ist alles, was heute oder gestern geerntet wurde
  6. Kaufen Sie nur so viel, wie Sie in zwei Tagen verbrauchen

Frisches Gemüse verliert täglich an Geschmack. Auf Mallorca gilt die Regel: Heute kaufen, heute kochen. Das ist der Schlüssel zur besten Qualität auf dem Teller.

Ein einfaches Rezept zum Ausprobieren

Zum Abschluss des praktischen Teils ein Rezept, das beide Gemüsesorten vereint. Es stammt aus der Tradition der mallorquinischen Landküche und eignet sich hervorragend für Anfänger.

Frühlingspfanne mit Artischocken und Wildspargel

Zutaten für zwei Personen:

  • 4 mittelgroße Artischocken
  • 200 g Wildspargel (oder dünner grüner Spargel)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 4 Eier
  • Gutes Olivenöl von der Insel
  • Meersalz und schwarzer Pfeffer
  • Saft einer halben Zitrone

Zubereitung:

  1. Artischocken vorbereiten: äußere Blätter entfernen, halbieren, Heu entfernen und in Zitronenwasser legen
  2. Spargel waschen und die unteren Enden abbrechen
  3. Artischockenhälften in dünne Scheiben schneiden
  4. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und Knoblauch goldbraun anbraten
  5. Artischockenscheiben hinzugeben und bei mittlerer Hitze acht Minuten braten
  6. Spargelstücke dazugeben und weitere drei Minuten mitbraten
  7. Eier verquirlen, über das Gemüse gießen und bei niedriger Hitze stocken lassen
  8. Mit Meersalz und Pfeffer abschmecken

Dieses Gericht steht in zwanzig Minuten auf dem Tisch. Es schmeckt warm und kalt, eignet sich also auch als Picknick-Mitnahme an den Strand. Dazu passt frisches „Pa moreno“, das dunkle mallorquinische Brot, und ein Glas Weißwein aus Binissalem.

Kulinarik und Genuss im Mai: Der Höhepunkt der Saison

Der Mai markiert den kulinarischen Frühlingsgipfel auf Mallorca. Spargel und Artischocken erreichen ihre letzte und intensivste Phase. Gleichzeitig kommen Erdbeeren, Kirschen und die ersten Aprikosen dazu. Die Märkte verwandeln sich in ein Fest für alle Sinne.

Kulinarik und Genuss im Mai bedeutet auf Mallorca auch, dass Restaurants ihre Frühlingskarten zum letzten Mal präsentieren. Viele Köche kreieren spezielle Menüs rund um Artischocken und Spargel, bevor die Sommerhitze andere Produkte in den Vordergrund rückt. Nutzen Sie diese Wochen bewusst aus.

Für Residenten und Immobilienbesitzer gehört dieses saisonale Bewusstsein zum Alltag. Es verändert die Art, wie Sie einkaufen, kochen und essen. Im Laufe der Zeit entwickeln Sie ein Gefühl dafür, welche Zutaten gerade ihren besten Moment haben. Das ist ein Gewinn an Lebensqualität, der sich nicht in Zahlen messen lässt.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Saison nutzen: Artischocken gibt es von Januar bis Mai, Wildspargel von März bis Mai. Der April ist der ideale Monat für beide.
  2. Auf dem Markt kaufen: Wochenmärkte wie Sineu, Santa Maria und Santanyí bieten die frischesten Produkte direkt vom Feld.
  3. Einfach zubereiten: Beide Gemüse brauchen wenige Zutaten. Olivenöl, Knoblauch, Salz und Eier genügen für großartige Gerichte.
  4. Lokale Sorten bevorzugen: Violette Artischocken und wilder Spargel haben mehr Geschmack als importierte Ware.
  5. Tradition erleben: Mallorcas Erntefeste und Marktkultur machen das Einkaufen zum sozialen Erlebnis.

Ihre nächsten Schritte

Beginnen Sie mit einem Besuch auf dem nächsten Wochenmarkt. Kaufen Sie ein kleines Bündel Wildspargel und zwei bis drei Artischocken. Probieren Sie die Frühlingspfanne aus diesem Artikel. Von diesem Ausgangspunkt aus können Sie Ihr Repertoire erweitern.

Wer tiefer eintauchen möchte, findet auf Mallorca zahlreiche Kochkurse, in denen mallorquinische Klassiker wie Paella und Tumbet unterrichtet werden. Dort lernen Sie auch fortgeschrittene Artischocken-Rezepte und das Einlegen von Gemüse für die Sommermonate.

Mallorcas Frühlingsküche ist mehr als Ernährung. Sie ist eine Einladung, die Insel über den Gaumen zu verstehen. Wer einmal frischen Wildspargel bei Sonnenaufgang gesammelt und mittags in der eigenen Küche zubereitet hat, versteht, warum so viele Menschen auf Mallorca nicht nur ein Haus, sondern ein neues Lebensgefühl finden.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich auf Mallorca auch weißen Spargel kaufen?

Weißer Spargel wird auf Mallorca kaum angebaut. In einigen größeren Supermärkten finden Sie importierten weißen Spargel aus Spaniens Festland, vor allem aus Navarra. Die mallorquinische Küche arbeitet jedoch traditionell mit grünem Wild- oder Zuchtspargel. Dieser passt geschmacklich besser zu den anderen mediterranen Zutaten.

Wie lagere ich Artischocken nach dem Einkauf richtig?

Wickeln Sie die Artischocken in ein feuchtes Küchentuch und legen Sie sie in den Kühlschrank. So halten sie sich drei bis vier Tage. Am besten schmecken sie jedoch am Tag des Kaufs. Vermeiden Sie Plastiktüten, da sich darin Feuchtigkeit staut und die Blätter schneller welken.

Ist das Sammeln von Wildspargel auf Mallorca erlaubt?

Grundsätzlich ja, solange Sie sich auf öffentlich zugänglichem Gelände bewegen. Auf privatem Land benötigen Sie die Erlaubnis des Eigentümers. In Naturschutzgebieten wie dem Parc Natural de s’Albufera gelten besondere Regeln. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei der Gemeindeverwaltung.

Welcher Wein passt am besten zu Artischocken?

Artischocken enthalten Cynarin, das die Geschmackswahrnehmung beeinflusst und Wein süßer erscheinen lassen kann. Wählen Sie deshalb einen trockenen, mineralischen Weißwein. Mallorcas Prensal-Blanc-Trauben aus der Region Binissalem harmonieren besonders gut. Rosé-Weine von der Insel sind ebenfalls eine gute Wahl.

Ab welchem Monat finde ich garantiert beide Gemüse auf den Märkten?

Der April ist der sicherste Monat. Ab Mitte April haben sowohl Artischocken als auch Wildspargel volle Saison. Im Mai nimmt die Verfügbarkeit dann langsam ab, wobei einzelne Stände bis Anfang Juni noch Restbestände anbieten. Planen Sie Ihre Marktbesuche entsprechend.

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner