Morgens, halb acht – wenn die Bucht Ihnen allein gehört
Stellen Sie sich Folgendes vor: Es ist ein Aprilmorgen auf Mallorca. Die Bucht vor Ihnen liegt spiegelglatt. Kein Wind, kein Motorboot, nur das leise Plätschern an der Felskante. Neben Ihnen lehnt ein großes, aufblasbares Brett an einer Steinmauer. Jemand reicht Ihnen ein Paddel und sagt: „Probieren Sie es einfach.“
Genau so beginnt für viele Menschen das Abenteuer Stand-Up-Paddling – kurz SUP. Dieser Wassersport gehört zu den am schnellsten wachsenden Freizeitaktivitäten im Mittelmeerraum. Und Mallorca bietet dafür Bedingungen, die Sie anderswo lange suchen müssen. Die Kombination aus geschützten Buchten, klarem Wasser und mildem Klima macht die Insel zum idealen Lernrevier.
In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie als Einsteiger wissen müssen. Welche Buchten eignen sich am besten? Welche Ausrüstung brauchen Sie? Und wie stehen Sie überhaupt auf diesem Brett, ohne sofort umzukippen? Keine Sorge – es ist leichter, als Sie denken.
Was ist Stand-Up-Paddling eigentlich?
Stand-Up-Paddling bedeutet: Sie stehen aufrecht auf einem großen, breiten Surfbrett. Mit einem langen Stechpaddel bewegen Sie sich vorwärts. Das klingt simpel – und das ist es auch. SUP verbindet Gleichgewichtstraining mit sanfter Bewegung auf dem Wasser. Es ist kein Extremsport, sondern eher wie Spazierengehen auf dem Meer.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf einem sehr breiten Gehweg. Nur dass dieser Gehweg sanft schwankt. Genau so fühlt sich ein stabiles Anfänger-Board an. Die Boards für Einsteiger sind deutlich breiter und länger als jene für Fortgeschrittene. Dadurch entsteht eine Stabilität, die vergleichbar ist mit einem großen Floß. Sie müssen kein Surfer sein und auch keine besondere Fitness mitbringen.
Vier Dinge sollten Sie zu Beginn verstehen. Erstens: SUP ist ein Ganzkörpertraining, das kaum Vorkenntnisse erfordert. Zweitens: Die Wahl der richtigen Bucht entscheidet über Spaß oder Frust. Drittens: Wind und Wellengang sind Ihre wichtigsten Planungsfaktoren. Und viertens: Auf Mallorca finden Sie mehr geeignete Einsteigerreviere als fast überall sonst in Europa.
Warum Mallorca zum Paddeln wie gemacht ist
Mallorca besitzt über 300 Buchten entlang seiner rund 550 Kilometer langen Küste. Viele davon sind natürliche Becken, die durch Felsformationen vor Wind und Wellengang geschützt werden. Das Wasser in diesen Calas – so heißen die Buchten auf Mallorquinisch – ist oft so klar, dass Sie den Meeresboden in drei bis vier Metern Tiefe erkennen können. Für Anfänger bedeutet das: Sie sehen, was unter Ihnen ist, und fühlen sich sicherer.
Wer sich im Rahmen von Natur & Outdoor im April auf Mallorca bewegt, erlebt die Insel in ihrer ruhigsten und zugleich angenehmsten Phase. Die Wassertemperatur liegt bereits bei etwa 16 bis 18 Grad. Die Luft ist mild, zwischen 18 und 22 Grad. Vor allem aber fehlt der Sommerwind, der ab Juni regelmäßig auffrischen kann. Dieses Zusammenspiel aus wenig Wind, angenehmer Temperatur und leeren Buchten macht den Frühling zur besten Jahreszeit für den Einstieg ins Stehpaddeln.
Hinzu kommt ein praktischer Aspekt: Im Frühjahr sind die Strände und Buchten noch nicht von Badegästen, Motorbooten und Jetskis bevölkert. Sie haben buchstäblich Platz zum Üben. Wer bereits eine Immobilie auf Mallorca besitzt oder über einen Umzug nachdenkt, wird schnell feststellen, dass die Nähe zum Meer eines der größten Geschenke des Insellebens ist.
Die ruhigsten Buchten für Ihre ersten Paddelversuche
Nicht jede Bucht eignet sich gleichermaßen für Anfänger. Entscheidend sind fünf Merkmale: windgeschützte Lage, flacher Einstieg ins Wasser, geringer Bootsverkehr, gute Erreichbarkeit und idealerweise ein sandiger oder kiesiger Untergrund. Im Folgenden stellen wir Ihnen die besten Reviere vor – sortiert nach Küstenabschnitten.
Cala Agulla bei Capdepera – Sanfter Einstieg im Nordosten
Die Cala Agulla liegt an der Nordostküste nahe dem Ort Capdepera. Sie ist eine der größten Naturbuchten der Insel und wird von Pinienwäldern eingerahmt. Der Sandboden fällt hier sehr flach ab. Das bedeutet: Sie können in hüfthohem Wasser stehen und trotzdem aufs Board steigen. Wenn Sie hinfallen, landen Sie in seichtem, warmem Wasser.
Vormittags ist die Bucht oft windstill. Die Felsformationen an beiden Seiten halten den Seitenwind ab. Dadurch bleibt die Wasseroberfläche ruhig. Ein weiterer Vorteil: Im April gibt es hier Verleihstationen, die bereits geöffnet haben. Sie brauchen also kein eigenes Equipment mitzubringen.
Cala Mondragó im Südosten – Naturpark-Idylle
Cala Mondragó gehört zum gleichnamigen Naturpark und besteht eigentlich aus zwei kleinen Buchten: S’Amarador und Font de n’Alís. Beide sind hervorragend geschützt. Das Wasser ist hier so klar, dass Sie beim Paddeln Fischschwärme unter sich beobachten können. Der Naturpark-Status sorgt dafür, dass motorisierter Bootsverkehr stark eingeschränkt ist.
Für SUP-Anfänger ist das ein enormer Vorteil. Keine Wellen von vorbeifahrenden Booten, kein Lärm, keine Hektik. Der Einstieg ist sandig und flach. Wer hier morgens paddelt, teilt die Bucht höchstens mit ein paar Kajakfahrern. Auch das Kayaking an Mallorcas Ostküste gehört zu den Aktivitäten, die sich perfekt mit einer Paddel-Session kombinieren lassen.
Port de Pollença im Norden – Die Bucht für absolute Neulinge
Wenn es einen Ort auf Mallorca gibt, der wie geschaffen ist für den allerersten Versuch, dann ist es Port de Pollença. Die Bucht ist weit geschwungen und nach Süden ausgerichtet. Dadurch ist sie vor dem Tramuntana-Wind geschützt, der aus dem Norden kommt. Das Wasser in der Bucht bleibt selbst bei leichter Brise nahezu glatt.
Entlang der Promenade gibt es mehrere SUP-Schulen, die Kurse speziell für Anfänger anbieten. Die Wassertiefe nimmt nur sehr langsam zu. Selbst hundert Meter vom Strand entfernt stehen Sie teilweise noch. Genau dieses Sicherheitsgefühl macht Port de Pollença zur beliebtesten Lernbucht der Insel. Familien mit Kindern schätzen diesen Spot besonders.
Cala Pi im Süden – Fjordähnliche Geborgenheit
Cala Pi überrascht viele Besucher. Die Bucht schneidet sich wie ein kleiner Fjord ins Festland. Steile Felsen links und rechts schirmen sie vollständig vom offenen Meer ab. Das Ergebnis: absolute Windstille, selbst wenn draußen Wellen rollen. Der Einstieg erfolgt über eine Steintreppe, die direkt ans Wasser führt.
Hier paddeln Sie in einem natürlichen Kanal von etwa 100 Metern Länge. Das Wasser ist türkis und ruhig wie ein Swimmingpool. Für Einsteiger, die Respekt vor offenem Wasser haben, ist diese Bucht ideal. Sie können im geschützten Bereich üben und sich langsam hinaus vorarbeiten. Der einzige Nachteil: Die Treppe mit Board kann etwas umständlich sein.
Santa Ponça im Südwesten – Stadtnaher Komfort
Wer in der Nähe von Palma lebt oder eine Immobilie im Südwesten besitzt, findet in Santa Ponça eine breite, gut geschützte Bucht. Der Strand fällt sanft ab. Morgens herrscht hier oft Windstille. Die Infrastruktur ist ausgezeichnet – Parkplätze, Duschen, Restaurants und Board-Verleih befinden sich direkt am Strand.
Santa Ponça eignet sich besonders, wenn Sie Paddeln regelmäßig in Ihren Alltag einbauen möchten. Die kurze Anfahrt von Palma aus macht spontane Sessions nach der Arbeit möglich. Viele Residenten nutzen genau diesen Vorteil. SUP wird hier nicht zum Urlaubserlebnis, sondern zur Gewohnheit – und genau das macht den Unterschied zwischen einmal probieren und dauerhaft dabei bleiben.
Weitere empfehlenswerte Buchten im Überblick
| Bucht | Lage | Windschutz | Einstieg | Board-Verleih |
| Cala Formentor | Norden | Sehr gut | Sandig, flach | Saisonal |
| Portals Vells | Südwesten | Gut | Sandig | Nein |
| Cala Llombards | Südosten | Hervorragend | Felsig, aber machbar | Nein |
| Platja de Muro | Nordosten | Mittel | Sehr flach, sandig | Ja |
| Cala Mesquida | Nordosten | Gut morgens | Sandig | Saisonal |
Die richtige Ausrüstung: Was Einsteiger wirklich brauchen
Bevor Sie aufs Wasser gehen, brauchen Sie das passende Equipment. Die gute Nachricht: Für den Anfang reichen wenige Dinge. Die meisten Verleihstationen auf Mallorca stellen alles Nötige bereit. Trotzdem sollten Sie verstehen, worauf es ankommt – damit Sie die richtige Wahl treffen.
Das Board: Größe entscheidet über Stabilität
Anfänger-Boards sind in der Regel zwischen 305 und 335 Zentimeter lang. Sie sind breit – mindestens 81 Zentimeter – und haben ein hohes Volumen. Volumen bedeutet in diesem Zusammenhang: Wie viel Gewicht trägt das Board, bevor es instabil wird. Je höher das Volumen, desto kippfester die Fahrt. Ein gängiger Vergleich: Ein Anfänger-Board verhält sich zum Profi-Board wie ein SUV zu einem Sportwagen. Mehr Masse, mehr Stabilität, weniger Tempo.
Die meisten Verleih-Boards auf Mallorca sind sogenannte iSUPs – aufblasbare Stand-Up-Paddle-Boards. Diese lassen sich in einem Rucksack transportieren und mit einer Handpumpe aufblasen. Aufgeblasen sind sie hart wie ein festes Board. Für Anfänger bieten sie einen zusätzlichen Vorteil: Wenn Sie hinfallen und mit dem Kopf aufs Board schlagen, ist das aufblasbare Material deutlich nachgiebiger als ein Hardboard.
Das Paddel: Länge und Gewicht
Ihr Paddel sollte etwa 15 bis 20 Zentimeter länger sein als Ihre Körpergröße. Viele Paddel sind in der Länge verstellbar, was ideal für Familien ist. Achten Sie auf ein möglichst leichtes Paddel. Aluminium-Paddel sind günstig, aber schwer. Glasfaser oder Carbon sind leichter und angenehmer auf langen Touren. Für die erste Stunde spielt das Material allerdings kaum eine Rolle.
Sicherheitsausrüstung: Pflicht und Empfehlung
Eine Leash – das ist die Sicherheitsleine zwischen Ihrem Fußgelenk und dem Board – ist unverzichtbar. Sie verhindert, dass Ihr Board nach einem Sturz davontreibt. Ohne Leash kann der Wind ein herrenloses Board schnell aus Ihrer Reichweite treiben. In Spanien ist außerdem eine Schwimmweste vorgeschrieben, sobald Sie sich weiter als 200 Meter vom Strand entfernen.
- Leash (Sicherheitsleine) – immer tragen, auch in ruhigen Buchten
- Schwimmweste oder Auftriebshilfe – gesetzlich vorgeschrieben ab 200 m Strandentfernung
- Sonnenschutz: wasserfeste Sonnencreme, Hut oder Cap, UV-Shirt
- Wasserschuhe – schützen vor spitzen Steinen beim Ein- und Ausstieg
- Trinkwasser in einer fest verschließbaren Flasche
Schritt für Schritt: So gelingt der Einstieg aufs Board
Der Moment, in dem Sie zum ersten Mal auf dem Board stehen, fühlt sich an wie ein kleiner Triumph. Damit dieser Moment möglichst schnell kommt, folgen Sie diesen Schritten. Die Technik ist nicht kompliziert. Sie erfordert lediglich ein wenig Geduld mit sich selbst.
Phase 1: Im Knien beginnen
Tragen Sie das Board ins hüfttiefe Wasser. Steigen Sie seitlich auf und knien Sie sich mittig auf das Board. Ihre Knie befinden sich rechts und links neben dem Tragegriff. Dieser Griff markiert den Schwerpunkt des Boards. Paddeln Sie in dieser Position einige Meter. Gewöhnen Sie sich an das Schwanken. Es ist wie Fahrradfahren: Ihr Körper findet das Gleichgewicht schneller, als Ihr Kopf glaubt.
Phase 2: Langsam aufstehen
Wenn Sie sich im Knien sicher fühlen, stellen Sie einen Fuß flach auf. Dann den zweiten. Ihre Füße stehen schulterbreit, parallel zueinander, direkt neben dem Tragegriff. Richten Sie den Blick auf den Horizont, nicht auf Ihre Füße. Das klingt banal, aber es ist der wichtigste Tipp überhaupt. Wer nach unten schaut, verliert das Gleichgewicht.
Phase 3: Die erste Paddelstrecke
Halten Sie das Paddel mit beiden Händen. Eine Hand greift oben ans Griffende, die andere umfasst den Schaft etwa auf Schulterhöhe. Tauchen Sie das Paddelblatt vollständig ins Wasser. Ziehen Sie es nah am Board entlang nach hinten. Nach etwa vier bis fünf Zügen auf einer Seite wechseln Sie die Seite. Dieses Wechseln verhindert, dass Sie im Kreis fahren.
Zwischenfazit: Das Aufstehen dauert bei den meisten Anfängern weniger als zehn Minuten. Das eigentliche Lernen beginnt danach – beim Lenken, Wenden und Bremsen. Doch schon nach einer halben Stunde werden Sie merken, wie sich Sicherheit und Rhythmus einstellen.
Sicherheit auf dem Wasser: Was Sie beachten sollten
Stand-Up-Paddling gilt als sicherer Wassersport. Dennoch gibt es Risiken, die Sie als Anfänger kennen sollten. Wer vorbereitet ist, kann jede Session entspannt genießen. Wer Regeln missachtet, bringt sich und andere in Gefahr.
Wind ist der Faktor, der am häufigsten unterschätzt wird. Auf dem Wasser spüren Sie Seitenwind stärker als an Land. Ein auflandiger Wind – also ein Wind, der vom Meer Richtung Land bläst – ist für Anfänger harmlos. Er schiebt Sie zurück zum Strand. Ein ablandiger Wind hingegen treibt Sie aufs offene Meer. Prüfen Sie daher vor jeder Session die Windrichtung. Kostenlose Apps wie Windy oder Windfinder zeigen Ihnen die Bedingungen minutengenau an.
Beachten Sie die Vorfahrtsregeln auf dem Wasser. Schwimmer haben immer Vorrang. Halten Sie Abstand zu Badezonen. Motorboote und Segelboote haben in Fahrrinnen Vorrang vor Paddlern. Bleiben Sie als Anfänger innerhalb der geschützten Bucht und wagen Sie sich nicht um Landspitzen herum. Dort ändern sich Strömung und Wellengang oft schlagartig.
- Niemals bei ablandigem Wind paddeln, wenn Sie Anfänger sind
- Immer die Leash tragen – auch in flachem Wasser
- Sonnenschutz nicht vergessen: Reflexion auf dem Wasser verdoppelt die UV-Strahlung
- Nie allein aufs Wasser gehen, wenn Sie noch unsicher sind
- Handy in einer wasserdichten Hülle mitnehmen – für Notfälle
Typische Anfängerfehler – und wie Sie sie vermeiden
Jeder macht am Anfang Fehler. Das gehört dazu. Einige davon lassen sich aber leicht vermeiden, wenn Sie vorher davon wissen. Die folgenden Punkte stammen aus den Erfahrungen von SUP-Schulen auf Mallorca, die seit Jahren mit Einsteigern arbeiten.
Fehler 1: Das falsche Board wählen. Viele Anfänger greifen zu einem schmalen, sportlichen Board, weil es besser aussieht. Doch ein schmales Board bedeutet weniger Stabilität. Nehmen Sie immer das breiteste Board, das verfügbar ist. Eleganz kommt später.
Fehler 2: Bei Wind aufs Wasser gehen. Schon ab 15 km/h Windgeschwindigkeit wird das Paddeln für Anfänger unangenehm. Bei 20 km/h wird es anstrengend. Und bei 25 km/h wird es potenziell gefährlich. Prüfen Sie immer die Vorhersage. Morgens zwischen 7 und 10 Uhr ist auf Mallorca meistens Windstille.
Fehler 3: Das Paddel falsch halten. Das Blatt des Paddels hat eine leichte Neigung. Viele Anfänger halten es verkehrt herum. Die konkave Seite – also die gewölbte Innenseite – muss nach vorne zeigen, in Fahrtrichtung. Der Winkel sorgt dafür, dass das Wasser effizienter verdrängt wird.
Fehler 4: Zu weit hinausfahren. Die Begeisterung nach den ersten erfolgreichen Minuten verleitet dazu, immer weiter zu paddeln. Doch der Rückweg kostet genauso viel Kraft. Als Faustregel gilt: Wenn Sie ein Drittel Ihrer Energie verbraucht haben, kehren Sie um. Dann haben Sie genug Reserve für den Rückweg und unerwartete Situationen.
Fehler 5: Steif stehen. Ihr Körper muss die Bewegungen des Wassers mitmachen. Leicht gebeugte Knie wirken wie Stoßdämpfer. Wer starr und steif steht, fällt schneller. Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einem Bus, der gerade anfährt. Genau diese leichte Grundspannung brauchen Sie auf dem Board.
SUP und das Outdoor-Leben auf Mallorca
Stand-Up-Paddling ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Natur Mallorcas vom Wasser aus zu erleben. Es lässt sich wunderbar kombinieren mit anderen Aktivitäten. Wer morgens paddelt, kann nachmittags wandern oder die Insel mit dem Fahrrad erkunden. Diese Vielfalt macht den Reiz des Lebens auf der Insel aus. Gerade Natur & Outdoor im April bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die Insel aktiv zu entdecken – vom Coasteering an der Steilküste bis zur botanischen Wanderung durch die blühende Landschaft.
Viele Residenten berichten, dass SUP zu einer Art Morgenritual geworden ist. Vor der Arbeit eine halbe Stunde auf dem Wasser – das ersetzt jedes Fitnessstudio. Die Kombination aus frischer Meeresluft, sanfter Ganzkörperbewegung und dem Blick auf die Küste hat etwas Meditatives. Es ist kein Zufall, dass Stehpaddeln häufig in Verbindung mit Yoga und Achtsamkeit genannt wird. Einige SUP-Anbieter auf Mallorca bieten sogar Yoga-Sessions auf dem Board an.
Die Verbindung zwischen Wassersport und dem alltäglichen Inselleben zeigt sich besonders für Menschen, die auf Mallorca nicht nur Urlaub machen, sondern hier wohnen. Eine Immobilie in Küstennähe eröffnet die Möglichkeit, das Meer in den Alltag einzubinden. Das Paddelbrett im Kofferraum, die Lieblingsbucht zehn Minuten entfernt – so wird aus einem Hobby ein Lebensgefühl.
Ihre Checkliste vor der ersten SUP-Session
Damit Ihr erster Ausflug auf dem Board reibungslos verläuft, nutzen Sie diese Checkliste. Gehen Sie jeden Punkt durch, bevor Sie das Board ins Wasser tragen. So vermeiden Sie die häufigsten Pannen und starten entspannt.
- Windvorhersage prüfen – unter 12 km/h ist ideal, über 18 km/h lieber verschieben
- Bucht auswählen – windgeschützt, flacher Einstieg, wenig Bootsverkehr
- Tageszeit beachten – früher Morgen bietet die besten Bedingungen
- Board aufpumpen – auf den empfohlenen Druck (meist 15 PSI)
- Finne einsetzen – die Finne an der Unterseite gibt dem Board Richtungsstabilität
- Leash befestigen – am hinteren Fußgelenk, Klettverschluss fest schließen
- Paddellänge einstellen – Arm nach oben strecken, Griff liegt in der Handfläche
- Sonnenschutz auftragen – 30 Minuten vor dem Wasserkontakt eincremen
- Trinkwasser einpacken – mindestens 0,5 Liter für eine Stunde
- Jemandem Bescheid sagen – wo Sie paddeln und wann Sie zurück sein wollen
Häufige Fragen zum Stand-Up-Paddling auf Mallorca
Ab welchem Alter kann man SUP lernen?
Kinder ab etwa acht Jahren können eigenständig auf einem Board stehen. Jüngere Kinder paddeln oft gemeinsam mit einem Erwachsenen auf einem größeren Board. Ein Mindestalter gibt es nicht – entscheidend ist die Schwimmfähigkeit. Ihr Kind sollte sicher im offenen Wasser schwimmen können.
Brauche ich einen Kurs oder kann ich es allein lernen?
Grundsätzlich können Sie SUP ohne Kurs ausprobieren. Ein Einsteigerkurs von 60 bis 90 Minuten spart Ihnen allerdings Stunden an Selbstversuchen. Ein Instructor korrigiert Ihre Haltung sofort und zeigt Ihnen die richtige Paddeltechnik. Die Kosten auf Mallorca liegen zwischen 35 und 55 Euro pro Person für einen Gruppenkurs.
Was kostet die Miete eines SUP-Boards?
Die Mietpreise auf Mallorca variieren nach Saison und Standort. Rechnen Sie mit etwa 15 bis 20 Euro pro Stunde. Halbtagesmieten kosten rund 30 bis 40 Euro. Manche Anbieter bieten Wochenpauschalen ab 100 Euro an. Ein eigenes aufblasbares Board erhalten Sie ab etwa 300 Euro – es lohnt sich, wenn Sie regelmäßig paddeln möchten.
Ist das Wasser im April nicht zu kalt?
Das Meer rund um Mallorca hat im April eine Temperatur von etwa 16 bis 18 Grad. Das ist frisch, aber keineswegs unangenehm – besonders, wenn Sie ein Lycra-Shirt oder einen dünnen Neopren-Shorty tragen. Da Sie beim Paddeln nur selten komplett ins Wasser eintauchen, frieren die meisten Anfänger nicht. Die Lufttemperatur von 20 Grad und die Sonne tun ihr Übriges.
Darf ich überall paddeln oder gibt es Einschränkungen?
In Naturschutzgebieten wie der Cabrera-Inselgruppe gelten besondere Regeln. In ausgewiesenen Badezonen ist das Paddeln manchmal eingeschränkt, um Schwimmer zu schützen. Generell gilt: Halten Sie mindestens 50 Meter Abstand zu Schwimmbereichen. In Häfen und Fahrrinnen ist SUP nicht erlaubt. Informieren Sie sich vor Ort – die meisten Verleihstationen kennen die lokalen Regelungen genau.
Das Wichtigste auf einen Blick
Fünf Dinge, die Sie von diesem Artikel mitnehmen sollten:
- Mallorca bietet mit seinen geschützten Buchten ideale Bedingungen für SUP-Anfänger. Besonders Port de Pollença, Cala Mondragó und Cala Pi sind empfehlenswert.
- Der Frühling – vor allem Natur & Outdoor im April – ist die beste Jahreszeit für den Einstieg: wenig Wind, leere Buchten, angenehme Temperaturen.
- Stabilität geht vor Geschwindigkeit. Wählen Sie immer ein breites, voluminöses Anfänger-Board. Elegante Profi-Boards kommen später.
- Wind ist Ihr wichtigster Planungsfaktor. Paddeln Sie morgens, prüfen Sie die Vorhersage, und meiden Sie ablandigen Wind.
- Sicherheit kostet wenig Aufwand: Leash tragen, Schwimmweste ab 200 Metern Strandentfernung, niemals allein hinausfahren als Anfänger.
Ihr nächster Schritt aufs Wasser
Stand-Up-Paddling auf Mallorca ist mehr als ein Trend. Es ist eine Einladung, die Insel aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben. Von der Wasseroberfläche aus sehen Sie Küstenlinien, Felsformationen und Unterwasserwelten, die vom Strand aus unsichtbar bleiben. Wer einmal lautlos über eine stille Bucht geglitten ist und dabei den Meeresboden unter sich beobachtet hat, wird dieses Gefühl nicht mehr missen wollen.
Beginnen Sie mit einer geschützten Bucht und einem stabilen Board. Nehmen Sie sich Zeit. Es gibt keinen Grund zur Eile. Das Meer auf Mallorca ist geduldig – und die Buchten warten auch morgen noch auf Sie. Wenn Sie bereits auf der Insel leben, nutzen Sie die Nähe zum Wasser als das, was sie ist: ein Privileg, das den Alltag bereichert.
Und wenn der Frühling Sie zusätzlich nach draußen lockt, entdecken Sie neben dem Paddeln auch die vielen anderen Outdoor-Aktivitäten der Saison. Ob Coasteering an der Felsküste, Orchideenwanderungen im Hinterland oder der Gesang des Wiedehopfs im Mandelgarten – Mallorca im April gehört denen, die es erleben wollen.